Einspruch gegen Verhaftung von Akademikern im Hungerstreik abgelehnt

Istanbul/Ankara (APA/dpa) - Zwei seit 112 Tagen im Hungerstreik befindliche türkische Akademiker müssen vorerst in Untersuchungshaft bleiben...

Istanbul/Ankara (APA/dpa) - Zwei seit 112 Tagen im Hungerstreik befindliche türkische Akademiker müssen vorerst in Untersuchungshaft bleiben. Das Verfassungsgericht in Ankara lehnte am Mittwoch den Einspruch der Anwälte gegen den Haftbefehl ab, wie aus den Gerichtsunterlagen hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen.

Das Gericht begründete die Entscheidung unter anderem damit, dass den beiden im Gefängnis alle nötige Gesundheitsversorgung zur Verfügung stehe.

Die Universitätsdozentin Nuriye Gülmen und der Grundschullehrer Semih Özakca waren am 9. März aus Protest gegen ihre Entlassungen aus dem Staatsdienst in den Hungerstreik getreten. Sie hatten ihren Protest vor dem Menschenrechtsdenkmal in Ankara begonnen. Ende Mai wurden sie jedoch wegen des Vorwurfs der Mitgliedschaft in einer Terrororganisation verhaftet.

Gülmen und Özakca nehmen nur Wasser, Zucker, Salz und Vitamin B zu sich und hatten angekündigt, die Aktion fortzusetzen, bis sie ihre Arbeit zurückerhalten. Ihr Gesundheitszustand ist kritisch.

Der inhaftierte Chef der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP, Selahattin Demirtas bat Gülmen und Özakca am Mittwoch in einem offenen Brief, den Hungerstreik zu beenden.