Prozess gegen Grazer Mediziner fortgesetzt: Urteil erwartet

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen einen Grazer Mediziner mit der Befragung von Zeugen fortgesetz...

Graz (APA) - Im Grazer Straflandesgericht ist am Donnerstag der Prozess gegen einen Grazer Mediziner mit der Befragung von Zeugen fortgesetzt worden. Ihm wird schwerer gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen, weil er Fördergelder veruntreut haben soll. Außerdem soll er in dubiose Aktiengeschäfte verwickelt gewesen sein.

Der international anerkannte Arzt, der besonders in der Stammzellenforschung tätig war und mittlerweile in Pension ist, soll mehr als ein Jahrzehnt lang Fördergelder von Pharmafirmen auf Konten geleitet haben, zu denen nur er Zugriff hatte. Er wird beschuldigt, Verträge mit Pharmafirmen für Förderungen, Sponsoring und Unterstützungsleistungen unterzeichnet zu haben, obwohl er diese hätte weiterleiten müssen. Er selbst war nicht befugt, derartige Verträge abzuschließen.

Weiters soll der Mediziner den Vertragspartnern Konten genannt haben, die zwar den Namen der klinischen Abteilung trugen, jedoch ihm privat gehörten. „Er hat das Geld nicht für Studien verwendet, sondern selbst verspekuliert“, war der Staatsanwalt überzeugt. Insgesamt sollen bei diesem Faktum 800.000 Euro Schaden entstanden sein, der Angeklagte ist dazu mittlerweile geständig. Mit der MedUni Graz hatte sich der Arzt übrigens wenige Tage vor dem Prozess außergerichtlich geeinigt und 600.000 Euro Schadenersatz bezahlt. 144.000 Euro Schaden sollen der Gesundheit Österreich GmbH in Bezug auf das Stammzellen-Projekt entstanden sein.

Der dritte Anklagepunkt betrifft Spekulationen mit Aktien, die angeblich Fälschungen waren. In diesem Fall ist der Beschuldigte selbst Opfer geworden und fühlte sich daher auch nicht schuldig.

Ein Urteil des Schöffensenats wurde für den Nachmittag erwartet.