Segeln: 470er-Olympiasegler Schmid/Reichstädter beenden Karriere

Wien (APA) - Mit Matthias Schmid und Florian Reichstädter muss nach drei Olympia-Teilnahmen und 17 Profijahren eines der besten 470er-Segel-...

Wien (APA) - Mit Matthias Schmid und Florian Reichstädter muss nach drei Olympia-Teilnahmen und 17 Profijahren eines der besten 470er-Segel-Duos Österreichs der vergangenen Jahre die Segel streichen. Grund ist der Gesundheitszustand von Vorschoter Reichstädter. Beide bleiben dem Segelsport treu, Schmid assistiert künftig OeSV-Sportdirektor Georg Fundak und übernimmt die Leitung für Finanzen im Spitzensport.

Damit muss der so erfolgreiche Segelverband einen weiteren Aderlass hinnehmen. Nach Olympia 2016 in Rio haben sich viele der jahrelang so erfolgreichen Teams komplett neu ausgerichtet bzw. sind noch dabei, sich anderweitig zu orientieren.

Bei Schmid/Reichstädter, den Vizeeuropameistern von 2014, wäre nach einer sechsmonatigen Regattapause das Comeback im Rahmen der Kieler Woche geplant gewesen. Allerdings laboriert der 36-jährige Reichstädter seit langem an einer Wirbelsäulenfraktur, die einen mehrwöchigen Krankenhausaufenthalt zur Folge hatte.

Die jahrzehntelange Trapez- und Trimmarbeit hat speziell dem Nacken geschadet, von einer weiteren Kampagne wurde Reichstädter daher abgeraten. Damit endete auch die aktive Karriere von Steuermann Schmid, der ohne seinen langjährigen Partner nicht weitersegeln will. Zur bevorstehenden WM im Juli in Thessaloniki schickt der OeSV mit David Bargehr/Lukas Mähr und Niko Kampelmühler/Thomas Czajka daher nur zwei Boote.

„So wollte ich eigentlich nicht aufhören. Aber wenigstens hält sich der Trennungsschmerz in Grenzen. Flo und ich bleiben der Segel-Familie erhalten, wir werden für den Verband arbeiten und damit weiterhin viel Zeit miteinander und vor allem mit der Materie verbringen“, sagte Schmid nach der Entscheidung. „Jetzt ist es an der Zeit, etwas zurückzugeben und unser Wissen an die nächste Olympia-Generation weiterzugeben.“

Reichstädter erklärte: „Die letzten Monate waren der blanke Horror. Ich hatte mich eigentlich nur leicht verrissen, aber starke Schmerzen, durch die Untersuchung ist dann rausgekommen, dass es doch nicht so einfach ist. Die Schäden an der Wirbelsäule sind so weit fortgeschritten, dass ich mir die Fortsetzung der Karriere selber nicht mehr vorstellen kann.“

Fundak bedauerte den Rücktritt natürlich. „Die Burschen haben mit einem sehr bescheidenen Budget und beschränkten Möglichkeiten angefangen, aber immer sehr lösungsorientiert gearbeitet und einem erfolgreichen Auftritt bei Olympischen Spielen alles untergeordnet. Mit dieser Einstellung haben sie sich in die absolute Weltspitze gesegelt und sich in dieser sechs Jahre lang behauptet.“

Die einstigen Studenten-Weltmeister Schmid/Reichstädter waren im Jahr 2000 gemeinsam in die 470er-Klasse gewechselt und hatten sich danach drei Mal für Olympia qualifiziert. Das Karriere-Highlight kam 2014, als die beiden Wiener vor Athen mit Silber ihre und Österreichs erste EM-Medaille im 470er eroberten.