Radsport: Zoidl bereit für Kampf um Gelbes Rundfahrt-Trikot

Wien (APA) - Riccardo Zoidl hält mit seiner Liebe zur Österreich-Rundfahrt nicht hinter dem Berg. „Ich mag sie einfach“, sagte der Gewinner ...

Wien (APA) - Riccardo Zoidl hält mit seiner Liebe zur Österreich-Rundfahrt nicht hinter dem Berg. „Ich mag sie einfach“, sagte der Gewinner von 2013 vor der am Sonntag (13.30 Uhr) mit dem Prolog auf den Grazer Schlossberg startenden 69. Auflage. Trotz der starken Besetzung will der Profi von Felbermayr Wels in der Gesamtwertung vorne mitmischen. „Ich weiß, dass ich es draufhabe“, sagte der 29-Jährige der APA.

Das Team um den kurzfristig eingesprungenen Tour-Direktor Franz Steinberger hat eine ausgewogene Strecke zusammengestellt. Entscheidend für den Gesamtsieg werden aber die Bergetappen auf das Kitzbüheler Horn (4. Teilstück am Donnerstag) und tags darauf die lange Fahrt über Felbertauern, Iselsberg und die Glocknerstraße nach St. Johann/Alpendorf sein.

Zoidl sieht sich für diese Prüfungen gerüstet, obwohl er wie 2013 auf ein Höhentraining verzichtet hat. Der gebürtige Mühlviertler hat ein starkes Team mit Markus Eibegger und Stephan Rabitsch hinter sich. „Die Form passt“, versicherte der Fünfte von 2014, der bei den vergangenen zwei Auflagen als WorldTour-Fahrer im Trek-Team gefehlt hatte.

Nach der Rückkehr zum Welser Rennstall blickt Zoidl aber schon mit etwas Wehmut zu den großen Rundfahrten wie Giro und Tour, bei denen seine jungen Landsleute engagiert sind. „Ich genieße es, mehr daheim zu sein“, sagte der Familienvater, „aber ich schaue schon auch mit etwas traurigen Augen hin.“ Ein Angebot eines neuerlichen Engagements auf höherer Ebene würde er nicht abschlagen, meinte Zoidl. Er hofft aber auch darauf, dass dieser Aufstieg mit dem Welser Team gelingt.

Ein Spitzenplatz bei der heurigen Rundfahrt wird angesichts der starken Konkurrenz schwierig, dessen ist sich Zoidl bewusst. „Es wird sehr eng“, betonte der Eferdinger, „aber wenn man schon gewonnen hat, ist das Podium immer ein Ziel.“ Das Finale in der Heimatstadt seines Teams soll ein besonderes Rad-Fest werden - und Zoidl will dazu seinen Beitrag leisten. „Im Gelben Trikot nach Wels zu kommen, das wäre ein Traum.“

Die vier WorldTour-Rennställe haben für die Rundfahrt der höchsten Europa-Kategorie starke Kletterer nominiert. Ob alle das Gesamtklassement im Auge haben, bleibt aber wie etwa beim russischen Giro-Fünften Ilnur Sakarin (Katjuscha) abzuwarten. Sein Teamkollege Rein Taaramäe (EST), Igor Anton (ESP) und Lachlan Morton (AUS/beide Dimension Data), Miguel Lopez (COL/Astana) und Alexander Foliforow (RUS/Gazprom) sind einige der Anwärter auf die Podestplätze der Gesamtwertung.

Neben Zoidl haben auch der Tiroler Stefan Denifl (Aqua Blue) und Hermann Pernsteiner schon Top-Ten-Plätze erreicht. Mountainbiker Pernsteiner war im Vorjahr bei seiner Premiere in einem Etappenrennen auf der Straße als bester Österreicher sogar Sechster. „Heuer ist das Starterfeld brutal stark, da kann man das nicht noch einmal erwarten“, meinte der Niederösterreicher aus dem Amplatz-Langenlois-Team zur APA.

Vergangenen Sonntag war Pernsteiner Zehnter der MTB-Marathon-WM, vor der Rundfahrt hat er trotz der Doppelbelastung ein „gutes Gefühl“. Die heurigen Straßen-Ergebnisse wie ein zweiter Rang in der Aserbaidschan-Tour und ein sechster Platz bei der Slowenien-Rundfahrt bestärken den 26-jährigen Kletterspezialisten. „Ich bin voll motiviert.“

Als zweiter Mountainbiker möchte sich Daniel Geismayr in Szene setzen. Der Dritte der jüngsten Marathon-WM fährt gemeinsam mit dem Schweizer Patrick Schelling (Dritter der Ö-Tour 2016) für das Team Vorarlberg.

(Grafik 0598-17, Format 88 x 188 mm)