ÖTC will übergeordnetes Management gegen Staus in Linz
Linz (APA) - Verstopfte Straßen, überfüllte Öffis, Streit um Parkgebühren, die fragliche Finanzierung von Park&Ride-Anlagen: Der ÖTC sieht d...
Linz (APA) - Verstopfte Straßen, überfüllte Öffis, Streit um Parkgebühren, die fragliche Finanzierung von Park&Ride-Anlagen: Der ÖTC sieht die seit Jahren unverändert problematische Verkehrssituation in und um Linz darin, dass es zu „viele Mitspieler und keine übergeordnete Regulierung“ gebe. Daher brauche es mehr Management, hieß es in einer Pressekonferenz am Donnerstag.
Eine vom Marktforschungsinstitut Spectra durchgeführte Studie zum Pendlerverhalten der Oberösterreicher hat im Februar dieses Jahres ergeben, dass 76 Prozent mit dem Auto in die Landeshauptstadt kommen. Auch 40 Prozent der Linzer nehmen den Pkw, um an ihren Arbeitsplatz in der Stadt zu kommen. Immerhin benützen aber auch 41 Prozent das Fahrrad. Bus oder Bahn als Alternative stößt hingegen bei jenen Pendlern, die im Umland wohnen, auf wenig Gegenliebe. Denn obwohl 80 Prozent der Befragten einen Öffi-Anschluss in der Nähe haben, verweigert die Hälfte von ihnen den Umstieg vom Auto.
Abhilfe würde aus Sicht von ÖAMTC-Landesdirektor Josef Thurnhofer eine „Harmonisierung der Öffis“ bringen. Mit Einführung der S-Bahn und der damit verbundenen regelmäßigen Taktung sei zwar ein wichtiger Schritt gesetzt worden. Doch derzeit enden alle Linien am Hauptbahnhof, was zu den Stoßzeiten zu einer Überfüllung führe.
Was die Entwicklung auf den Straßen angehe, sei in den nächsten drei Jahren mit keiner wesentlichen Veränderung zu rechnen. Zwar sei der Bau der neuen Linzer Donaubrücke als Ersatz für die abgerissene Eisenbahnbrücke diese Woche endgültig abgesegnet worden, doch vor 2020 ist das Projekt nicht fertig, erklärte Thurnhofer. Sonst stünden keine neuen Infrastrukturprojekte an.
Um die Situation zur Rush Hour zu entzerren, sei daher „eine andere Verteilung vom Verkehrsmix“ unerlässlich, meinte auch ÖAMTC-Präsident Karl Pramendorfer. Dies könne nur gelingen, wenn alle Verantwortlichen aus Politik und Wirtschaft gemeinsam handeln. Dafür fehle zwar eine rechtliche Struktur im Land, aber es gebe zumindest eine „Interessengemeinschaft Mobilität“ von Stadt und Land für ein Gesamtverkehrskonzept.
~ WEB http://www.oeamtc.at ~ APA292 2017-06-29/12:45