Europas Börsen drehen überwiegend ins Minus, Euro-Höhenflug belastet
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Verlauf überwiegend in den Minusbereich gewendet. Nachdem im ...
Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag im Verlauf überwiegend in den Minusbereich gewendet. Nachdem im Frühhandel noch starke US-Vorgaben für Gewinne gesorgt hatten, führte der weiter anziehende Euro-Kurs zum Dollar zu einem Vorzeichenwechsel. Der anhaltende Höhenflug des Euro schmälert die Exportchancen europäischer Unternehmen in Ländern außerhalb des Währungsraums.
Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel um 0,35 Prozent auf 3.523,40 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.55 Uhr mit 12.606,74 Punkten und minus 0,32 Prozent. Der FT-SE-100 der Börse London stieg hingegen um 0,21 Prozent und steht nun bei 7.403,08 Stellen.
Der Euro setzte seine Klettertour fort und überwand erstmals seit einem Jahr die Marke von 1,14 US-Dollar - das war der höchste Stand seit der Marktreaktion auf das Brexit-Votum vor gut zwölf Monaten. Auslöser für die jüngsten Gewinne waren Äußerungen von EZB-Präsident Mario Draghi, die nach Einschätzung vieler Anleger auf eine weniger lockere Geldpolitik schließen lassen.
Eine Branchenbetrachtung zeigte den Bankensektor mit den durchschnittlich stärksten Zuwächsen. Die Finanzwerten wurden dadurch beflügelt, dass erstmals alle großen Banken in den USA den jährlichen Stresstest der amerikanischen Notenbank bestanden haben.
Im Euro-Stoxx-50 markierten daraufhin zehn Finanzwerte die Spitzenplätze. Angeführt wurde die Kursliste von der Deutschen Bank mit einem Kursplus von 2,1 Prozent. Dahinter verteuerten sich Societe Generale um zwei Prozent und am 3. Platz lagen BBVA mit plus 1,6 Prozent.
Bei der HSBC sorgte neben der guten Branchenstimmung eine positive Studie für einen Kurssprung von 4,5 Prozent. Die US-Investmentbank Morgan Stanley stufte die Aktie ihres Konkurrenten hoch und empfiehlt sie nun zum Kauf.
Dagegen setzte der Index der Energieversorger seine Talfahrt fort. Hier belastete eine skeptische Brancheneinschätzung der Schweizer Großbank UBS. Schlusslicht im DAX waren die Aktien des Versorgers RWE mit einem Minus von zwei Prozent. Damit verzeichnen sie den inzwischen neunten Verlusttag in Folge.
Die Aktien von Hennes & Mauritz (H&M) zogen nach der Bekanntgabe von Geschäftszahlen um ein Prozent an. Dank einer besseren Kostenkontrolle habe der Gewinn je Aktie (EPS) die Konsensschätzung deutlich übertroffen, lobte UBS-Analyst Adam Cochrane.
~ ISIN EU0009658145 ~ APA318 2017-06-29/13:13