Prozess um Mordversuch an Pfleger 2 - Geschworene zogen sich zurück

Wels/Schwanenstadt (APA) - Im Prozess gegen einen Somalier, der versucht haben soll, einen Pfleger zu erwürgen, haben sich am frühen Donners...

Wels/Schwanenstadt (APA) - Im Prozess gegen einen Somalier, der versucht haben soll, einen Pfleger zu erwürgen, haben sich am frühen Donnerstagnachmittag im Landesgericht Wels die Geschworenen zur Rechtsbelehrung und Beratung zurückgezogen. Ein Urteil wird laut Vorsitzender Birgit Dunzendorfer „am Nachmittag, am Abend oder gegebenenfalls erst in der Nacht“ gesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Einweisung beantragt.

Die Geschworenen haben 22 Fragen zu beantworten, denn als Anlassdelikte stehen neben dem Mordversuch auch gefährliche Drohung und Verstöße gegen das Verbotsgesetz im Raum. Dabei müssen die Laienrichter jedes Mal klären, ob der 24-jährige Betroffene die Tat begangen hat, und - wenn ja - ob er zurechnungsfähig war. Der psychiatrische Sachverständige hatte das verneint. Bei den Delikten nach dem Verbotsgesetz haben die Geschworenen zudem zu klären, ob der Somalier über das diesbezügliche Recht in Österreich überhaupt Bescheid wusste.

Der Asylwerber hatte im Dezember 2016 eine Kindervorstellung auf einem Adventmarkt mit einer Koranlesung gestört. In seinen Einvernahmen stieß er dann Drohungen gegen die Beamten sowie islamistisch anmutende und möglicherweise gegen das Verbotsgesetz verstoßende Äußerungen aus. In der forensischen Abteilung des Linzer Uniklinikums soll er versucht haben, einen Pfleger zu erwürgen. Die Staatsanwaltschaft hat eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher beantragt. Der Verteidiger sieht hingegen die Anlassdelikte dafür nicht erfüllt. Er appellierte an das Gericht, den Antrag abzulehnen oder die Einweisung bedingt gegen Auflagen nachzusehen.