Gabriel sieht „Zeichen der Hoffnung“ im Syrien-Konflikt
Krasnodar (APA/dpa) - Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel sieht im Syrien-Konflikt eine Annäherung zwischen Russland und den USA. Nach...
Krasnodar (APA/dpa) - Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel sieht im Syrien-Konflikt eine Annäherung zwischen Russland und den USA. Nach Gesprächen mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow in Krasnodar sprach Gabriel am Donnerstag von einer „Änderung der Haltung auf beiden Seiten“, dass man endlich zu einem politischen Prozess kommen müsse. Am Nachmittag wollte Gabriel den Präsident Wladimir Putin treffen.
Schon jetzt gebe es eine gewisse Kooperation der USA mit Russland im Süden Syriens, die ein „Zeichen der Hoffnung“ sei. „Unsere Hoffnung wäre, dass sich das dann auch weiter ausbaut und dass wir endlich zu einem politischen Prozess kommen, an dessen Ende Herr Assad ganz sicher nicht Präsident bleiben kann.“ Der syrische Präsident Bashar al-Assad wird von Moskau unterstützt und von den USA bekämpft.
Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch war Gabriel allerdings mit Lawrow wegen Syrien heftig aneinandergeraten. Während Lawrow die Warnungen Washingtons vor einem „weiteren Chemiewaffen-Angriff“ der syrischen Regierungstruppen als reine Spekulation zurückwies, beschuldigte Gabriel den syrischen Präsidenten „schwerer Kriegsverbrechen“ und warf Lawrow vor, die Assad-Regierung als „friedfertiges Regime“ zu verharmlosen.
Am 4. April 2017 waren bei einem mutmaßlichen Giftgas-Angriff auf die syrische Stadt Khan Sheikhoun mehr als 80 Menschen getötet worden. Der Westen macht die syrischen Regierungstruppen verantwortlich, Assad weist jegliche Schuld von sich - und wird von Russland in Schutz genommen. Die USA hatten damals mit einem Raketenangriff auf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt reagiert.