Ureinwohner demonstrieren bei Feier zu 150-jährigem Bestehen Kanadas

Ottawa (APA/dpa) - Eine kleine Gruppe indigener Ureinwohner hat in Kanada gegen die Feiern zum 150-jährigen Bestehen des Landes demonstriert...

Ottawa (APA/dpa) - Eine kleine Gruppe indigener Ureinwohner hat in Kanada gegen die Feiern zum 150-jährigen Bestehen des Landes demonstriert. Vor dem Parlamentsgebäude in der Hauptstadt Ottawa errichteten sie am Donnerstag ein Tipi, also ein typisches Zelt nordamerikanischer Ureinwohner, wie die Nachrichtenagentur Canadian Press berichtete.

Am Mittwoch hatte die Polizei einen ähnlichen Versuch zunächst gestoppt, mehrere Menschen festgenommen und ihnen verboten, sich dem Parlamentshügel für sechs Monate zu nähern.

Einem Facebook-Aufruf zufolge steckt hinter dem Protest die Gruppe Bawating Water Protectors aus Sault Ste. Marie in der Provinz Ontario an der Grenze zum US-Staat Michigan. In der als „Reoccupation“ (Wiederbesetzung) benannten Aktion sind Angehörige nordamerikanischer Stämme aufgerufen, in der Nähe des Parlaments Tipis, Wigwams und andere traditionelle Behausungen zu errichten. Die Ureinwohner seien ursprüngliche Bewohner von „Turtle Island“ (ein indigener Begriff für Nordamerika) und fordern Rückgabe der Gebiete.

Der am Mittwoch begonnene, viertägige Protest soll noch bis Samstag laufen. An diesem Tag feiert Kanada 150-jähriges Bestehen: Am 1. Juli 1867 hatten sich die Provinzen Ontario, Québec, New Brunswick und Nova Scoatia zu einem sich selbst verwaltenden britischen Herrschaftsgebiet zusammengeschlossen. Der Schritt wird heute als offizielle Gründung Kanadas angesehen. Später kamen die Provinzen Alberta, British Columbia, Manitoba, Neufundland und Labrador, Saskatchewan und Prince Edward Island hinzu, außerdem die Gebiete Nunavut, Yukon und das Nordwest-Territorium.