Zürcher Börse schließt tiefrot, SMI verliert 1,46 Prozent

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel tiefrot beendet. Der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex ha...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat den Donnerstagshandel tiefrot beendet. Der SMI als wichtigster Schweizer Aktienindex hatte die Sitzung zwar etwas höher eröffnet, war aber im Verlauf schnell in den negativen Bereich zurückgefallen. Mit Handelsstart an der Wall Street beschleunigte sich die Talfahrt und der SMI fiel unter 9.000 Punkte. Nach dem Auf und Ab der vergangenen Wochen habe sich bei den Anlegern offenbar die Meinung durchgesetzt, dass für einen weiteren Anstieg die Grundlage fehle, hieß es im Handel.

Vor allem Zykliker und die defensiven Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche zogen den Markt nach unten. Einzig die Finanztitel profitierten von einer verbesserten Sektorstimmung nach den Ergebnissen des US-Bankenstresstests. Bei den Zyklikern drückte der tiefere Dollar zu Franken und Euro auf die Kurse. Von der Konjunkturseite gab es gute Daten zur Wirtschaftsstimmung und Geschäftsklima in der Eurozone. In Deutschland blieb die Kerninflation weiter niedrig. An der Stimmung konnte auch ein besser als erwartetes US-Wirtschaftswachstum im ersten Quartal nichts ändern. Die leicht gestiegenen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA jedoch belasteten.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss 1,46 Prozent tiefer bei 8.944,04 Punkten und damit auf Tagestief. Der breit gefasste Swiss Performance Index (SPI) büßte mit 1,39 Prozent auf 10.150,92 Zähler etwa gleich viel ein. Etwas besser hielt sich der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), da hier die Schwergewichte weniger gewichtet sind: er verlor aber immer noch 1,05 Prozent auf 1.407,31 Punkte.

Die größten Verlierer waren Lindt & Sprüngli (-2,4 Prozent). Die Papiere des Schokoladen-Herstellers neigen sich schon seit bald einer Woche abwärts. Dafür verantwortlich gemacht wird unter anderem das etwas schwächelnde Amerika-Geschäft sowie die Tatsache, dass jegliche Spekulationen über einen Kauf durch Nestlé sich in Luft aufgelöst hätten.

Überdurchschnittliche Verluste verzeichneten auch LafargeHolcim (-2,4 Prozent). Für die Aktie des Zementkonzerns hat die Deutsche Bank ihr Rating auf ‚Hold‘ von ‚Buy‘ reduziert. Anhaltende Unsicherheiten in Bezug auf Strategie und Ziele könnten den Aktienkurs deutlich bremsen, meinen die Analysten. Auch Vifor Pharma (-2,4 Prozent), Sonova (-1,9 Prozent) und Schindler (-1,7 Prozent) gaben deutlich nach, ebenso wie die Uhrenwerte Swatch und Richemont (je -1,8 Prozent).

Deutlich ins Minus fielen auch die großen und defensiven Schwergewichte Nestlé (-2,1 Prozent), Novartis (-1,9 Prozent) und Roche (-1,7 Prozent). Sie waren mit diesen Abgaben für einen Großteil des Verlusts im SMI verantwortlich. Konkrete Gründe gab es laut Händlern eigentlich nicht. Die Pharmatitel seien möglicherweise wegen der Pleite der US-Gesundheitsreform zusätzlich unter Druck, meinte ein Händler. Und bei Nestlé scheine die Euphorie nach der Ankündigung des milliardenschweren Aktienrückkaufs etwas verflogen zu sein.

Demgegenüber waren nach den Kursgewinnen vom Mittwoch die Großbankaktien CS (+2,0 Prozent) und in geringerem Masse UBS (+0,4 Prozent) weiter im Aufwind, die ganz offensichtlich von der guten Sektor-Stimmung profitieren. Die US-Banken hätten nun grünes Licht, in großem Stil Geld in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen an ihre Anteilseigner auszuschütten. Das komme bei den Anlegern entsprechend gut an, heißt es im Markt.

Für Partners Group (+1,0 Prozent auf 594 CHF) gab es eine Hochstufung durch Baader Helvea auf ‚Buy‘ von ‚Hold‘ mit Erhöhung des Kursziels auf 685 Franken. Der Markt unterschätze den Nachhol-und Basis-Effekt sowie das Renditepotential der Investitionen, hieß es dazu.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA596 2017-06-29/18:19