Frankfurter Börse

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX ist am Donnerstag stark unter Druck geraten. Der deutsche Leitindex rutschte sogar kurzzeitig unte...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der DAX ist am Donnerstag stark unter Druck geraten. Der deutsche Leitindex rutschte sogar kurzzeitig unter 12.400 Punkte. Auch der starke Euro, der auf den höchsten Stand seit 13 Monaten stieg, trug zur trüben Stimmung am deutschen Aktienmarkt bei.

Der Leitindex, der zunächst freundlich gestartet war, schloss letztlich mit minus 1,83 Prozent auf 12.416,19 Punkte knapp über seinem kurz zuvor erreichten Tagestief. Er befindet sich damit wieder auf dem tiefsten Stand seit April.

„An diesem Morgen und außerdem noch am Tag vor dem Halbjahresabschluss hat wohl kaum einer mit einer solchen Entwicklung gerechnet“, sagte Experte Frederik Altmann von Alpha Wertpapierhandel.

Händler Andreas Lipkow sieht in der kräftigen Talfahrt des DAX die Rückkehr der Unsicherheit. „Nach den zuletzt fehlenden Impulsen für eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung wurde in dem vom Sommerloch geprägten Handelsumfeld nun die andere Richtung ausgetestet“, sagte er. Ein Paradigmenwechsel sieht Lipkow in der Bewegung allerdings noch nicht, was auch der Auffassung der Charttechniker vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar entspricht. Nach dem Absacken unter 12.500 Punkte könnte der Druck zwar weiter in Richtung 12.000 Punkte zunehmen, doch sei das Aufwärtsbild damit noch nicht zerstört. In diesem Bereich verlaufe nämlich der langfristige Aufwärtstrend.

Der MDax, in dem mittelgroße Unternehmen versammelt sind, fiel am Donnerstag um 1,59 Prozent auf 24.431,27 Zähler. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 2,15 Prozent auf 2.173,22 Punkte nach unten. Europaweit sahen die Verluste ähnlich aus.

Den nun schon dritten Tag in Folge nahmen die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank die Spitzenplätze im deutschen Leitindex ein. Sie waren mit Aufschlägen von 1,32 Prozent und 0,54 Prozent zudem die einzigen der 30 Dax-Werte mit Kursgewinnen. Gute Nachrichten kamen aus den USA: Erstmals haben alle großen Banken in den Vereinigten Staaten den jährlichen Stresstest der Notenbank (Fed) bestanden. Sie erhielten grünes Licht, in großem Stil Geld in Form von Dividenden oder Aktienrückkäufen an ihre Investoren auszuschütten.

Schlusslicht im DAX waren die Aktien des Chipherstellers Infineon mit minus 3,65 Prozent. Die gesamte Branche traf es ab dem Nachmittag wieder schwer. Sie folgte dem Abwärtstrend von Tech-Aktien in den USA.

Weiter abwärts ging es zudem mit den Anteilsscheinen des Versorgers RWE, die 3,23 Prozent einbüßten. Die seit Jahresbeginn sehr gut gelaufenen Papiere gaben damit den inzwischen neunten Handelstag in Folge nach.

Am Ende des MDax litten die Aktien von Covestro mit minus 4,83 Prozent unter Zukaufsplänen. Wie der Kunststoffproduzent während seines Kapitalmarkttages bekannt gab, will er den dank einer guter Nachfrage wachsenden Berg an liquiden Mitteln in Zukäufe investieren. Erst falls ein Erfolg binnen 24 Monaten ausbleibt, profitieren die Aktionäre über Aktienrückkäufe oder Dividenden. Das hatten sich diese wohl anders erhofft, sagte ein Händler.

Die Papiere von Aurubis waren mit plus 1,62 Prozent Spitzenwert im MDax, der an diesem Tag insgesamt nur drei Gewinner auswies. Vorstandschef Jürgen Schachler will den Gewinn des Kupferkonzerns steigern, und zwar deutlicher als bislang erwartet wurde. Zudem spielten Zukäufe für die Weiterentwicklung „eine wichtige Rolle“, sagte er der „Börsen-Zeitung“; eine Kapitalerhöhung sei nicht notwendig.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA601 2017-06-29/18:28