Kritik an Ermittlungen nach Mord an Kremlkritiker Nemzow
Moskau (APA/dpa) - Nach dem Schuldspruch im Fall des ermordeten russischen Oppositionellen Boris Nemzow hat dessen Tochter Schanna Nemozwa d...
Moskau (APA/dpa) - Nach dem Schuldspruch im Fall des ermordeten russischen Oppositionellen Boris Nemzow hat dessen Tochter Schanna Nemozwa den Behörden eine Verschleppung der Ermittlungen vorgeworfen. „Die Geschworenen haben fünf Mitwirkende im Mord an meinem Vater schuldig gesprochen, aber der Fall bleibt ungelöst“, schrieb Nemzowa am Donnerstag bei Facebook.
„Ich habe nichts anderes von den Ermittlern und Gesetzeshütern in Russland erwartet“, sagte sie.
Der ehemalige Vizeregierungschef und Kremlkritiker Boris Nemzow war am 27. Februar 2015 nachts auf einer Brücke in der Nähe des Kremls in Moskau erschossen worden. Der Fall hatte international Bestürzung ausgelöst. Am Donnerstag hatte ein Geschworenengericht fünf Männer aus der Teilrepublik Tschetschenien im Nordkaukasus schuldig gesprochen, die Tat ausgeführt zu haben. Die Ermittler gehen aber von einem Auftragsmord aus, deren Hintermänner bislang unbekannt sind.
„Die Ermittler und das Gericht haben ausdrücklich nicht versucht, die Wahrheit über das begangene Verbrechen herauszufinden“, kommentiert Nemzowa. Unter anderem sei ihr Antrag abgelehnt worden, den autoritären tschetschenischen Republikchef Ramsan Kadyrow und andere Funktionäre vorzuladen. Sie sehe keinen Willen der Behörden, die Hintermänner zu suchen, schrieb sie.