Japanische Zentralbank entschuldigte sich für Hitler-Bemerkungen
Tokio (APA/Reuters) - Die japanische Zentralbank hat sich für die Äußerungen ihres Führungsmitglieds Yutaka Harada zur Wirtschaftspolitik vo...
Tokio (APA/Reuters) - Die japanische Zentralbank hat sich für die Äußerungen ihres Führungsmitglieds Yutaka Harada zur Wirtschaftspolitik von Adolf Hitler entschuldigt. „Die Bank von Japan sieht mit Bedauern die Tatsache, dass die Bemerkungen eines ihrer Vorstandsmitglieder ein Missverständnis verursacht haben“, erklärte die Notenbank am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
„Sie wird dafür sorgen, dass sich solch ein Vorfall nicht wiederholen wird.“ Auch Harada selbst - der als Mitglied des neunköpfigen Führungsgremiums der Notenbank über die Geldpolitik mitentscheidet - sah sich zu einer Erklärung genötigt.
„Ich hatte überhaupt nicht die Absicht, Hitlers Wirtschaftspolitik zu rechtfertigen“, wird er von der Zentralbank zitiert. Er habe in seinen Bemerkungen klar darauf hingewiesen, dass Hitler mit seiner Politik eine Tragödie verursacht habe. „Ich möchte meine aufrichtige Entschuldigung für alle Missverständnisse anbieten, die meine Wortwahl verursacht haben könnte“, betonte Harada.
In einem Seminar hatte er am Donnerstag in Tokio gesagt, Hitler habe in den 1930er-Jahren „wunderbare“ geldpolitische und budgetpolitische Maßnahmen zum Ankurbeln der Wirtschaft ergriffen. Auch wenn Hitler mit dem Holocaust und dem Blutzoll des Zweiten Weltkrieges etwas Schreckliches angerichtet habe, sei sein wirtschaftspolitischer Ansatz angebracht gewesen: „Was ich sagen will, ist, dass jemand angemessene fiskalische und geldpolitische Maßnahmen hätte ergreifen sollen, bevor es dann Hitler tat“, sagte Harada.