„Ehe für alle“: Irlands Premier lobt Deutschland
Dublin/Rom (APA/dpa) - Irlands offen homosexueller Premierminister Leo Varadkar hat Deutschland für die Entscheidung des Bundestages gelobt,...
Dublin/Rom (APA/dpa) - Irlands offen homosexueller Premierminister Leo Varadkar hat Deutschland für die Entscheidung des Bundestages gelobt, die Ehe für alle einzuführen. Er sei „begeistert, dass das deutsche Parlament für Gleichheit aller Partnerschaften“ gestimmt habe, „nachdem Angela Merkel eine freie Abstimmung erlaubt hat“, schrieb er am Freitag auf Twitter.
Varadkar ist der erste Premierminister in der Geschichte des katholisch dominierten Irlands, der sich als schwul geoutet hat.
Der Europa-Direktor der Menschenrechtsorganisation Amnesty International, John Dalhuisen, erklärte in London, Deutschland habe „eine klare Botschaft an die Welt gesendet, dass schwule und lesbische Menschen die gleichen Rechte wie alle anderen und den vollen und gleichen Schutz des Gesetzes haben sollten“.
Der Vorsitzende von Italiens führender Aktivistengruppe für die Rechte Homosexueller, Arcigay, sieht die Entscheidung als Beleg dafür, wie weit Italien beim Thema Ehe zurückliegt: „Wir haben immer gesagt, dass es nur ein Ziel gibt: Gleichberechtigte Ehe für alle“, sagte Gabriele Piazzoni. „Alles darunter ist kein Modell, sondern höchstens ein Zwischenschritt.“ Italien hatte im vergangenen Jahr als letztes Land Westeuropas eingetragene Lebenspartnerschaften für Homosexuelle eingeführt, die aber nicht der Ehe gleichgestellt sind.