Zürcher Börse zieht mit Verlusten ins Wochenende

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenschluss nachgegeben. Der Swiss Market Index (SMI) sank am Freitag um 0,42 Pro...

Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenschluss nachgegeben. Der Swiss Market Index (SMI) sank am Freitag um 0,42 Prozent auf 8.906,89 Punkte. Trotzdem steht für den SMI ein Plus von 8,4 Prozent zum Halbjahr zu Buche.

Eine verhaltene Entwicklung bei den schwergewichtigen Pharmawerten Novartis und Roche sowie schwache Banken belastete nun vor dem Wochenende. Der Handel sei zudem von erhöhter Vorsicht geprägt gewesen, erklärten Börsianer mit Blick auf den Renditeanstieg an den Anleihemärkten. Auslöser dafür war jüngst Rede von EZB-Chef Mario Draghi, die als Hinweis auf eine weniger lockere Geldpolitik verstanden wurde.

Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, büßte 0,22 Prozent auf 1.404,21 Punkte ein breit gefasste Swiss Performance Index (SPI) fiel um 0,22 Prozent auf 10.128,34 Zähler ein.

Gefragt waren vor allem im ersten Halbjahr gut gelaufenen Werte. So zogen Lonza um 1,3 Prozent an, Clariant sowie Kühne+Nagel stiegen um mehr als 1 Prozent und Sika gewannen 0,2 Prozent. Die genannten Papiere haben sich seit Jahresbeginn um 20 Prozent oder mehr verteuert. Da spielte wohl auch das „Window-Dressing“ zum Quartalsende mit eine Rolle, meinten Marktbeobachter. Damit ist gemeint, dass sich manche Fondsmanager zum Ende bestimmter Zeiträume durchaus gut gelaufene Aktien ins Portfolio holen.

Gut gesucht waren auch die beiden Uhrenwerte Richemont (+0,5 Prozent) und Swatch (+0,2 Prozent), die ihre frühen Gewinne aber nicht ganz zu hielten. Beide Aktien hatten am Vortag unter dem schwachen US-Dollar gelitten.

Defensive Schwergewichte waren hingegen nicht gesucht. Novartis (-0,8 Prozent) und Roche (-1,1 Prozent) gerieten ins Hintertreffen. Roche wurde von einem verhaltenen Analystenkommentar belastet.

Etwas leichter schlossen auch Nestlé (-0,2 Prozent) zum Abschluss einer starken Woche, die vom Einstieg des aktionistischen Investors Daniel Loeb und der Ankündigung eines milliardenschweren Aktienrückkaufs geprägt war. Am Freitag rückte einmal mehr die Frage um einen möglichen Verkauf der L‘Oréal-Beteiligung in den Fokus.

Schwach schnitten auch die Bankaktien ab, wo die gute Stimmung des Vortages schnell verflogen war. Der Ausgang des Bankenstresstests in den USA hatte am Donnerstag den gesamten Sektor beflügelt. UBS (-0,7 Prozent) und Credit Suisse (-1,7 Prozent) büßten diese Gewinne allerdings wieder ein. Auch die Papiere der Privatbank Julius Bär schlossen 1,7 Prozent tiefer.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA537 2017-06-30/18:46