Tour de France: Die Jagd auf Froome ist eröffnet
Bei der 104. Tour de France macht die Rad-Elite ab heute Jagd auf Titelverteidiger Chris Froome. Der Brite fährt um seinen vierten Gesamtsieg – doch wer kann ihn gefährden?
Düsseldorf – Der Ort, an dem heute die Tour de France startet, ist bewusst gewählt: Düsseldorf soll zum Radsport-Nabel des Landes werden. Zuerst gibt es für angeblich 13 Millionen Euro Kosten das Einzelzeitfahren bei der größten Rundfahrt der Welt, im nächsten Jahr folgt dann der Start für die nach langer Pause wiederbelebte Deutschland-Tournee.
Auf den Tag genau 114 Jahre ist es her, dass die erste Tour de France ausgetragen wurde. Damals setzte sich Maurice Garin noch mit fast drei Stunden Vorsprung durch. Heuer, bei der 104. Auflage, wird es knapper zugehen: Der ganz große Favorit auf den 21 Etappen mit 3540 Kilometern ist wie schon in den Jahren zuvor Christopher Froome. Der Brite fährt um seinen vierten Titel. Wer ihm diesen Sieg strittig machen kann? Die Antwort liefern die „üblichen Verdächtigen“.
NAIRO QUINTANA: Der Kolumbianer war im Vorjahr Dritter sowie 2015 und 2013 Zweiter. Höchste Zeit also, dass es für den Movistar-Piloten heuer mit dem Sieg klappt. „Ich fühle mich derzeit wirklich gut“, meinte der 27-Jährige. Für den Bergspezialisten spricht, dass heuer kaum ein Zeitfahren wartet. Nur: Der Vuelta-Sieger von 2016 war in Frankreich noch nie der Mann für große Entscheidungen. Ebenso wenig konnte Quintana heuer beim Giro d’Italia (2.) am Ende die entscheidenden Akzente setzen. Übrigens: Der Sieger der Italien-Rundfahrt Tom Dumoulin (NED) fehlt heuer.
ALBERTO CONTADOR: Der Sieger der Jahre 2007 und 2009 ist in Wahrheit schon fast wieder ein Außenseiter. Seine Saisonresultate geben wenig Hoffnung (zuletzt 11. bei der Dauphiné) – und dazu kommt eine anhaltende Pechsträhne bei der Tour de France: 2014 kam der 34-jährige Spanier schwer zu Sturz, 2015 wurde er nach vielen Problemen Fünfter, und im Vorjahr musste er wegen einer Erkältung aufgeben. Dennoch darf auf Contador nie vergessen werden.
RICHIE PORTE: Mit zwei Rundfahrt-Siegen und jeder Menge Pause zwischen den großen Rennen taucht der 32-jährige Australier vermehrt auf den Expertenzetteln auf. Viele Wettbüros spucken ihn als zweiten großen Sieganwärter hinter seinem ehemaligen Teamkollegen Froome aus.
AUSSENSEITER: Die Liste mit dem erweiterten Favoritenkreis ist lang. Sie führt über den Franzosen Romain Bardet, der im Vorjahr überraschend Zweiter wurde, den Spanier Alejandro Valverde (37) oder den Italiener Fabio Aru. Viel Platz für Überraschungen ist dazwischen nicht mehr. Im Vorfeld dreht sich aber ohnedies alles nur um Chris Froome. Und selbst der stapelt tief. (TT)