Dom in Speyer gehört zu bedeutendsten Sakralbauten des Mittelalters

Speyer (APA/AFP) - Der Kaiserdom zu Speyer, wo am Samstag das Requiem für den verstorbenen deutschen Altkanzler Helmut Kohl (CDU) stattfinde...

Speyer (APA/AFP) - Der Kaiserdom zu Speyer, wo am Samstag das Requiem für den verstorbenen deutschen Altkanzler Helmut Kohl (CDU) stattfindet, ist die größte erhaltene romanische Kirche Europas. Der vor rund 1.000 Jahren errichtete Sakralbau weist die imposante Gesamtlänge von 134 Metern auf - das sind nur gut zehn Meter weniger als der Kölner Dom, der zu den weltweit größten Kathedralen im gotischen Baustil zählt.

Die Anfänge des Speyerer Doms gehen auf den salischen Herrscher Konrad II. zurück. Im Jahr 1061 wurde das Gotteshaus nach mehr als 30-jähriger Bauzeit geweiht. Im Bereich der Krypta befinden sich die Gräber von acht deutschen Kaisern und Königen, darunter die letzten Ruhestätten von Konrad II., Heinrich IV. sowie Rudolf von Habsburg (1218-1291).

Bereits 1981 wurde der Dom in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen - als zweites Bauwerk in Deutschland nach dem Aachener Dom. Mit der Eintragung in die Welterbeliste würdigte die UNO-Kulturorganisation den Speyerer Dom mit seinen vier markanten Türmen als ein „Hauptwerk der romanischen Baukunst in Deutschland“.

Seine letzte Ruhestätte finden soll Kohl soll in Speyer im Schatten der Friedenskirche Sankt Bernhard. Kohl wird auf eigenen Wunsch auf dem dortigen Friedhof des Domkapitels beigesetzt. Die Friedenskirche wurde in den 1950er Jahren gemeinsam von Franzosen und Deutschen errichtet und liegt nahe dem Alten Friedhof von Speyer, dem heutigen Adenauerpark.

Als Symbol für Frieden und Aussöhnung lagert in Wandnischen von Sankt Bernhard Erde von allen Kontinenten, unter anderem von französischen Kriegsfriedhöfen und aus dem NS-Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Auf dem Friedhof neben der Kirche werden verstorbene Mitglieder des Speyerer Domkapitels bestattet. Das Grab Kohls soll nach Angaben des Bistums vom Adenauerpark aus öffentlich zugänglich sein.

Der heutige Park, der den Namen des ersten BRD-Bundeskanzlers Konrad Adenauer (CDU) trägt, war für fast vier Jahrhunderte der Friedhof der Stadt. Nach seiner Schließung im Jahr 1881 wurde das Areal für mehr als 70 Jahre nicht genutzt und erst 1958 zu einem grünen Rückzugsort nahe dem Bahnhof. Die Parkanlage ist aber in Speyer noch immer auch als Alter Friedhof bekannt.