ÖVP-Parteitag: „Wegen Umbau geöffnet“

Linz (APA) - Die ÖVP hat sich zum Auftakt ihres Parteitags auf die Nationalratswahl im Herbst eingeschworen und ihren zurückgetretenen Parte...

Linz (APA) - Die ÖVP hat sich zum Auftakt ihres Parteitags auf die Nationalratswahl im Herbst eingeschworen und ihren zurückgetretenen Parteichef Reinhold Mitterlehner verabschiedet. „Der Parteitag ist nicht dazu da, dass wir uns abfeiern, sondern die Weichen dafür stellen, was vor uns liegt“, meinte sein Nachfolger Sebastian Kurz mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf.

„Wir haben ab heute wegen Umbau geöffnet. Die Container sind gepackt, alles steht für Aufbruch“, sagte ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger in Anspielung auf das Parteitagssetting im Linzer Design Center. Begonnen hatte das Spektakel mit dem Einzug von Kurz unter Standing Ovations, der Bundeshymne und einem Video über die Ereignisse seit dem Abgang von Reinhold Mitterlehner als Parteichef. Es seien „intensive und harte sechs Wochen“ gewesen, die bevorstehenden Wochen würden noch härter werden, so Kurz.

Mitterlehner, der im Mai nach monatelangen Machtkämpfen den Hut genommen hatte, war beim Parteitag - wie viele andere seiner Vorgänger - anwesend und wurde bei der Begrüßung mit reichlich Applaus bedacht. Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer, der nicht nur quasi Gastgeber ist, sondern auch zu einem von Kurz‘ Stellvertretern gewählt wird, sagte seinem Landsmann Mitterlehner ebenfalls ein „großes Danke“ und zollte ihm „großen Respekt“. Auch Kurz dankte seinem Vorgänger.

Er geistere wohl dem einen oder anderen noch immer im Kopf herum, „das ist nicht schlecht“, sagte Mitterlehner. „Ich bin dabei, mich zu resozialisieren“, sorgte der scheidende Parteichef für Gelächter. Er sei etwa noch nie unter der Woche in einem Supermarkt gewesen. Mitterlehner legte auch noch einmal die Gründe für seinen Rückzug im Mai dar. „Momentan gönnt die eine Seite der anderen nicht einmal einen Beistrich“, meinte Mitterlehner zum aktuellen Klima in der Regierung. Seiner Partei empfahl er mehr Gelassenheit im Umgang mit ihren Obleuten. Man dürfe nicht bei jedem Umfrageausschlag nach unten in Depression verfallen.