Bischof von Speyer würdigt Kohl in Requiem als „großen Staatsmann“

Speyer (APA/AFP) - Beim Requiem für Helmut Kohl (CDU) im Dom von Speyer hat Bischof Karl-Heinz Wiesemann den verstorbenen deutschen Altkanzl...

Speyer (APA/AFP) - Beim Requiem für Helmut Kohl (CDU) im Dom von Speyer hat Bischof Karl-Heinz Wiesemann den verstorbenen deutschen Altkanzler als „wahrhaft großen Staatsmann“ gewürdigt. Die Zahl hochrangiger Gäste aus aller Welt zeige die „herausragende Bedeutung“ seiner Verdienste um Deutschland und Europa, sagte Wiesemann am Samstag in dem Gottesdienst. Der Sarg Kohls war mit einer deutschen Flagge bedeckt.

Zu dem Gottesdienst kamen wie zu dem europäischen Trauerakt am Samstagvormittag in Straßburg erneut zahlreiche aktive und frühere Staats- und Regierungschefs. Darunter waren unter anderen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Kohls Witwe, Maike Kohl-Richter, saß zwischen EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und dem früheren US-Präsidenten Bill Clinton. Auch frühere Weggefährten Kohls aus der CDU wie Heiner Geißler oder Norbert Blüm kamen nach Speyer.

Kohls Söhne wurden dagegen nicht im Dom gesehen. Vor allem Kohls älterer Sohn Walter hatte sich kritisch über die Trauerfeierlichkeiten geäußert, weil es keinen nationalen Staatsakt für seinen Vater gab und dieser nicht im Familiengrab in Ludwigshafen beigesetzt wird.

Bischof Wiesemann schloss in seine Predigt sowohl Maike Kohl-Richter als auch die Söhne des früheren Kanzlers ein. „Wir nehmen Abschied von einem Ehemann und Familienvater“, sagte Wiesemann. Das Mitempfinden gelte seiner Witwe, die ihrem Mann „in guten wie in bösen Tagen, in Gesundheit wie in Krankheit“ beigestanden habe. Der Bischof sagte zugleich, das Mitempfinden gelte „den Söhnen und Enkelkindern, die ihren Vater und Großvater verloren haben“.

Kohl sollte nach dem Pontifikalrequiem auf einem Friedhof in Speyer im engsten Kreis beigesetzt werden. Am Vormittag hatte es im Europaparlament in Straßburg erstmals in der EU-Geschichte einen europäischen Trauerakt gegeben, bei dem unter anderem Merkel, Juncker und Clinton sprachen. Aus Österreich reisten Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) sowie der ÖVP-Europaabgeordnete Othmar Karas in Vertretung von Außenminister Sebastian Kurz an.