Brasiliens Polizei schnappt einen der größten Kokain-Barone
Rund 30 Jahre war Luiz Carlos da Rocha alias „Weißer Kopf“ auf der Flucht. Bei insgesamt 24 Razzien beschlagnahmte die Polizei Vermögen im Schätzwert von zehn Millionen Dollar
Rio de Janeiro – Nach rund drei Jahrzehnten auf der Flucht ist einer der führenden Kokain-Bosse Südamerikas den brasilianischen Fahndern ins Netz gegangen. Luiz Carlos da Rocha alias „Weißer Kopf“ sei in der Stadt Sorriso - was auf Deutsch „Lächeln“ heißt - im westbrasilianischen Bundesstaat Mato Grosso festgenommen worden, teilte die Bundespolizei am Samstag mit.
Da Rocha habe sein Gesicht operieren lassen und einen falschen Namen angenommen und auf diese Weise jahrelang unbehelligt sein illegales Drogengeschäft fortsetzen können, erklärten die Ermittler. Nach ihren Angaben wurde auch seine zweite Hand festgenommen. An dem Großeinsatz waren demnach 150 Beamte beteiligt. Sie beschlagnahmten bei insgesamt 24 Razzien Vermögen im Schätzwert von zehn Millionen Dollar, darunter Luxuswagen, Flugzeuge und Farmen.
Da Rocha steht im Verdacht, an der Spitze eines riesigen Kokain-Netzwerks zu stehen, das von der Herstellung in den Dschungeln von Bolivien, Kolumbien und Peru bis zum Vertrieb in den USA und Europa reicht. Darüber hinaus soll er die für ihre besondere Gewalttätigkeit bekannten Drogenhändler in São Paulo und Rio de Janeiro mit Kokain versorgt haben. Sein persönliches Vermögen schätzt die Polizei auf 100 Millionen Dollar (88 Mio. Euro). (APA/AFP)