Formel 1: Wolff: „Geldverteilung wird sich nach 2020 ändern“

Spielberg (APA) - Der Grundlagenvertrag der Formel 1, das sogenannte Concorde Agreement, läuft noch knapp dreieinhalb Jahre. Doch die Diskus...

Spielberg (APA) - Der Grundlagenvertrag der Formel 1, das sogenannte Concorde Agreement, läuft noch knapp dreieinhalb Jahre. Doch die Diskussionen, wie der große Geldkuchen danach gerechter verteilt werden soll, nehmen immer mehr Fahrt auf. Vor allem weil die neuen Formel-1-Eigentümer von Liberty Media angekündigt haben, auf diese Weise den Konkurrenzkampf in der Motorsport-Königsklasse verstärken zu wollen.

„Die Geldverteilung wird sich nach 2020 in jedem Fall ändern“, betonte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor dem Grand Prix von Österreich im Gespräch mit der APA. „Und es versucht natürlich jedes Team, das für sich zu optimieren. Die kleinen wollen mehr, die großen versuchen das halbwegs stabil zu halten.“

Im Concorde Agreement sind die Machtverhältnisse in der Formel 1 festgeschrieben. So kassiert Ferrari als traditionsreichstes und erfolgreiches Team der Geschichte die höchste Summe an Bonuszahlungen, angeblich 105 Millionen Dollar (92,01 Mio. Euro) pro Jahr. Daneben erhalten noch vier andere Teams solche Zusatzgelder. Bei Mercedes und Red Bull ist von jeweils 74 Mio. (64,84 Mio. Euro) die Rede, bei McLaren-Honda von 32 Mio. (28,04 Mio. Euro) und bei Williams von 10 Mio. Dollar (8,76 Mio. Euro).

Ferrari hat schon in der Vergangenheit mit Rückzug gedroht, sollte sich daran etwas ändern. Diese Ausstiegsszenario war auch nach Bekanntwerden der diesbezüglichen Liberty-Media-Pläne sofort wieder ein Thema. McLaren-Geschäftsführer Zak Brown plädierte dagegen in Spielberg dafür, die kleineren Teams mit mehr Geld zu stärken.

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„Wir wären kurzfristig zu Opfern bereit, wenn der Sport davon langfristig profitiert“, sagte der 45-jährige US-Amerikaner. Das Wohl der gesamten Formel 1 müsse dabei an „erster Stelle“ und damit über den Interessen der einzelnen Rennställe stehen. Auf Nachfrage, ob das auch die anderen Teams so sehen würden, meinte Brown lächelnd: „Das bezweifle ich.“

Wolff hat Verständnis für die harte Position von Ferrari: „Es ist wie im echten Leben. Es ist immer schwieriger zu akzeptieren, dass man im nächsten Vertrag weniger kriegt als im jetzigen. Das wird auch niemand bei seinem Gehalt wollen. Insofern steckt halt jeder seine Position ab, einer rhetorisch ein bisschen härter, der andere ein bisschen weniger. Aber am Ende wird jeder versuchen, das bestmögliche Ergebnis zu haben“, erklärte der 45-jährige Wiener. „Doch diese Gespräche haben noch nicht begonnen.“

Liberty Media ist es aber vor allem ein Dorn im Auge, dass seit dem Lotus-Sieg im März 2013 durch den Finnen Kimi Räikkönen, nur noch drei Teams - Mercedes, Ferrari und Red Bull - in der Formel 1 gewonnen haben. „Jetzt ist die Zeit gekommen, dass wir gemeinsam daran arbeiten, um unseren Sport voranzubringen“, forderte Brown mit Verweis auf die Marktgesetze. Denn mehr siegfähige Teams garantieren mehr Spannung, was wiederum weltweit mehr Interesse und somit am Ende auch mehr Geld für die Formel 1 generiert.


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