Die harte zweite Woche von Wimbledon

Auf Dominic Thiem wartet heute im Achtelfinale von Wimbledon der erste große Prüfstein: Gegen Tomas Berdych (CZE) muss sich Österreichs Tennis-Star steigern. Der nächste Gegner wäre wohl Novak Djokovic.

© AFP

London –Dominic Thiem hatte noch keinen einzigen Ball auf dem Rasen von Wimbledon geschlagen, schon wuchs die Skepsis von außen. Zwei schlechte Turniere im Vorfeld, dazu die magere Bilanz in London – das alles hatte gegen den 23-jährigen Tennis-Star aus Lichtenwörth gesprochen. Nun, drei Spiele später mit einem verlorenen Satz, sieht die Sache wieder anders aus: Thiem steht heut­e zum ersten Mal in Wimbledon in der zweiten Woche und schlägt im Achtelfinal­e auf. Papa Wolfgang Thiem zeigte sich beeindruckt: „Er hat sein Spiel gut umgestellt, geht mehr in den Platz hinein. Das gefällt mir schon sehr gut.“ Und auch Thiem selbst sagt: „Es ist für mich schon etwas Besonderes, auch beim für mich persönlich ‚letzten‘ Grand Slam die zweite Woche zu erreichen.“

Doch nun brechen andere Zeiten an. In den ersten drei Partien beim dritten Grand Slam des Jahres waren zwar mit dem zuvor verletzten Rasen-Spezialisten Vasek Pospisi­l (CAN) sowie Evergreen Gilles Simon (FRA) zwei sehr starke Gegner dabei – ab heut­e wird es aber noch einmal eine Gangart härter. In der Runde der besten 16 wartet der Tscheche Tomas Berdych – ein absoluter Rasenspezialist, der 2010 in Wimbledon erst im Finale dem Spanier Rafael Nadal unterlegen war und es im Vorjahr ins Halb­finale geschaffte hatte. Die Siegerquote des 31-jährigen Ex-Top-vier-Spielers (derzeit 15. der Welt) liegt auf Rasen bei etwa 70 Prozent.

Und Thiem zeigte großen Respekt vor Berdych. „Er ist sicher einer der besten Spieler der jetzigen Generation. Ein absoluter Superspieler, der hier schon im Finale gespielt hat und bei allen vier Majors im Halbfinale war“, sagte der an Nummer acht gesetzte Österreicher. Seine bisher einzige Begegnung mit Berdych verlor der achtfache ATP-Turniersieger im US-Open-Achtelfinale 2014 mit 1:6, 2:6, 4:6. „Das wird sicher ein anderes Kaliber. Aber ich hoffe, dass ich mich selbst auch steigern kann, und werde mir da hoffentlich eine gute Taktik zurechtlegen“, ergänzte Thiem, der Berdych in der Favoritenrolle sieht: „So werde ich auch ins Match reingehen, das wird dann ein bisserl leichter für mich.“

Thiem wäre der erste männliche Österreicher bzw. der dritte Spieler aus Österreich nach Judith Wiesner (1996) und Tamira Paszek (2011 und 2012), der beim prestigeträchtigsten Turnier der Tennis-Welt die Runde der letzten acht erreicht.

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Immer besser werden, das ist für Thiem auch die Devis­e in seiner Karriere. Er steht nun schon zum vierten Mal en suite zumindest in der Runde der letzten 16 bei den vier Majors, eine Achtelfinal-Teilnahme wird langsam zur Selbstverständlichkeit. Allerdings war dies gerade in Wimbledon noch nicht ganz so sicher, schließlich hatte Thiem in den zwei Vorbereitungs­turnieren nicht geglänzt.

Sollte sich Thiem im zweiten Duell mit Berdych durchsetzen, trifft er am Mittwoch entweder auf den als Nummer zwei gesetzten Serben Novak Djokovic (Bilanz: 1:5) oder den französischen Außenseiter Adrian Mannarino (4:0). Am „Manic Monday“ (dem „Verrückten Montag“) werden ja sowohl bei den Herren als auch bei den Damen alle Einzel-Achtelfinali gespielt. Ein Umstand, der auch durch den traditionellen Ruhetag am mittleren Turnier-Sonntag nötig ist.

Nun bei allen vier Grand-Slam-Turnieren zumindest das Achtelfinale erreicht zu haben (2017 erstmals auch in Melbourne, Anm.), ist ein weiterer Beleg für die inzwischen erstklassigen Allround-Fähigkeiten Thiems. (rost, APA)


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