Gesundheit

2.000 Schlaganfälle weltweit pro Stunde: Lebensstil als Vorbeugung

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Der Welttag des Gehirns soll Bewusstsein schaffen. Rasches Handeln kann Leben retten.

Wien – Weltweit erleiden pro Stunde rund 2.000 Menschen einen Schlaganfall. Der diesjährige Welttag des Gehirns, der am 22. Juli begangen und von der Weltföderation für Neurologie (WFN) veranstaltet wird, steht deswegen im Zeichen des Hirninfarktes. Die Pressekonferenz, die am Dienstag in Wien abgehalten wurde, zielte deshalb auf Bewusstseinsschärfung und Prävention ab.

Insgesamt 17 Millionen Menschen werden jährlich zu Schlaganfall-Patienten - für rund sechs Millionen endet die Krankheit tödlich. Zudem müssen Überlebende oft mit schweren Folgeschäden leben, denn der Hirninfarkt ist die zweithäufigste Ursache für dauerhafte und oft schwere Behinderungen. Unter dem Motto „Schlaganfall - wirksam vorbeugen, optimal behandeln“ will die WFN zusammen mit der Welt Schlaganfall Organisation (WSO) für ein besseres Verständnis der Krankheit werben und Todesfälle bzw. Folgeschäden reduzieren.

Laut Julia Ferrari, Neurologin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, hat man es allerdings auch selbst in der Hand, das Schlaganfall-Risiko zu minimieren. Es „muss vor allem der Lebensstil beeinflusst werden“, erklärte sie am Dienstag. Risikosteigernd seien insbesondere Bluthochdruck, zu hohe Blutfettwerte und schlechte Ernährung sowie wenig Bewegung und Rauchen. Das sei auch hierzulande ein Problem, wie eine Untersuchung von Arbeitnehmern aus dem Jahr 2015 zeigte. Knapp die Hälfte aller getesteten 37-Jährigen litten an zu hohem Blutdruck (46,9 Prozent), bei fast jedem Fünften lagen drei oder mehr Risikofaktoren vor. Laut Ferrari würde schon die frühzeitige Behandlung von Bluthochdruck die Hirninfarkt-Warscheinlichkeit um 32 Prozent senken, und auch ein genereller Rauchstopp wäre vorteilhaft. Im US-Bundesstaat Arizona ging die Schlaganfall-Rate damit um 14 Prozent zurück.

Sollte man einen Schlaganfall erleiden, sei es besonders wichtig schnell zu handeln, betonen die Experten. Noch immer sei ein Großteil der Patienten (70 Prozent) nicht in der Lage, die Warnzeichen richtig zu deuten. Wolfgang Grisold, Generalsekretär der WFN, wies deswegen noch einmal auf die Symptome hin. Ein schiefer Mund, Arme und Finger, die in der Beweglichkeit eingeschränkt sein können, und die Schwierigkeit zu sprechen seien eindeutige Warnsignale, die unbedingt im Krankenhaus abgeklärt werden müssten. (APA)