Auböck: „Ich will auf allen Strecken Bestzeit“

Österreichs Schwimm-Star Felix Auböck geht morgen als große Medaillenhoffnung in die WM. Der 20-Jährige, der in den USA trainiert, will in Budapest (HUN) an die goldenen Zeiten seiner Vorgänger anknüpfen.

Felix Auböck plant bei der WM in Budapest (HUN) vier Starts ein – und auf allen Strecken soll es zur neuen Bestzeit reichen.
© gepa

Von Josef Metzger

Maria Enzersdorf, Südstadt — Seit einigen Tagen ist Felix Auböck wieder im Lande, holt sich den WM-Feinschliff für die heute beginnende Schwimm-Weltmeisterschaft in Budapest (HUN). Dort, wo der Österreicher als Jugendlicher groß geworden ist, im Bundessportzentrum Südstadt. Mitgebracht hat der 20-Jährige seinen Spartentrainer von der US-Universität in Michigan, Sam Wensman, nicht nur im Schwimmen daheim, sondern auch im Skilauf („I love downhill!").

Auböck trägt einen Kinnbart, der ihm einen Hauch von Barbarossa verleiht. „Kommt aber weg — wird rasiert wie alles andere", sagt der 1,98 Meter große Modellschwimmer mit Schuhgröße 48 („wie Michael Phelps"), von dem Trainer Wensman ganz große Stücke hält. „Felix ist sehr gut drauf, er hat großes Potenzial — wir reden aber nicht über Resultate, sondern darum, die Rennstrategie möglichst perfekt umzusetzen."

Natürlich träumt Auböck, die Nummer eins des Michigan-Teams, dessen Haube er auch im Training trägt, von einem WM-Finale, weiß aber, dass es für ihn als Langstreckenkrauler besonders schwierig wird. „Die 200 Meter nehme ich eher mit — und über 400, 800 und 1500 Meter kommen halt nur die besten acht in den Endlauf." Hängt auch davon ab, wie sehr sich die Konkurrenz steigert. Darum setzt er sich lieber Ziele, die in seinen eigenen kräftigen Armen (und Beinschlägen) stecken.

Caroline Pilhatsch.
© gepa

„Ich will auf allen Strecken eine neue Bestzeit schwimmen." Andersrum: neue österreichische Rekorde, die weit näher an der Weltklasse sind als die 100-Meter-Zeiten heimischer Krauler unter 50 Sekunden. Auböck schwimmt in einer eigenen Liga — wie einst Rogan als US-Legionär.

TT-ePaper gratis testen und eine von fünf Snow Cards Tirol gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt mitmachen
TT ePaper

Was Selbstbewusstsein und Unbekümmertheit betrifft, so erinnert der ansonsten ganz andere Typ auch an den besten heimischen Schwimmer der Neuzeit. Nicht nur eine Frage der Routine für Auböck, der nach Kazan (WM 2015), London (EM-Vierter 400 m) und Olympia in Rio (200-m-Rekord) bereits sein viertes Großereignis bestreitet. Es ist auch die Konsequenz seiner einjährigen US-Erfahrung und einiger Niederlagen, aus denen er gelernt hat: einerseits Kampf- und Teamgeist, zum anderen aber auch Gelassenheit.

Sportlich ganz wichtig ist die „tägliche Situation im Training, dass du herausgefordert wirst, das heißt: Augen zu und Zähne zusammenbeißen. Bei uns hast du ja kaum jemanden, der dich so zieht!"

Auböck bringt auch seine eigene Druckgarde (neben Österreich-Fans) mit: Eltern, Großeltern, Bruderherz und Freunde — nicht aber seine Freundin Luisa, eine Berlinerin: „Sie war hier bei mir, ist aber wieder drüben in New York — eine Fernbeziehung, die aber gut funktioniert." Rundum passt also alles bei Österreichs größter Schwimmhoffnung, die an die schönen Zeiten von vorgestern anknüpfen will. Vielleicht schon in Budapest als 20-Jähriger, der die neue Generation anführt.

Schwimm-WM - Zahlen, Daten, Fakten

OSV-Aufgebot (4): Caroline Pilhatsch, Felix Auböck, Christopher Rothbauer, Patrick Staber.

Programm der Österreicher: 23. Juli: Auböck (400 m Freistil), Rothbauer (100 m Brust). 24. Juli: Pilhatsch (100 m Rücken), Auböck (200 m Freistil). 25. Juli: Staber (200 m Schmetterling), Auböck (800 m Freistil). 26. Juli: Pilhatsch (50 m Rücken). 27. Juli: Rothbauer (200 m Brust). 29. Juli: Auböck (1500 m Freistil). 30. JulI: Staber (400 m Lagen).


Kommentieren


Schlagworte