Europas Leitbörsen zur Eröffnung schwächer erwartet

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Anleger auf den europäischen Aktienmärkten dürften wegen des starken Euro und der Sorgen um die deutsc...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Die Anleger auf den europäischen Aktienmärkten dürften wegen des starken Euro und der Sorgen um die deutschen Autobauer auch am Montag vorsichtig bleiben. Gut 30 Minuten vor dem Börsenstart stand der FDAX als außerbörslicher Indikator für den deutschen Leitindex 0,20 Prozent tiefer bei 12.218 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 zeichnet sich ebenfalls ein leicht schwächerer Start ab. Er wird mit 7.380 Punkten und einem Minus von 0,18 Prozent erwartet.

Die Berichtssaison nimmt in dieser Woche Fahrt auf. Zum Wochenstart dürften von ihr aber noch wenig Impulse ausgehen. In der vergangenen Woche hatte der starke Anstieg des Euro zum US-Dollar bereits die Stimmung getrübt. Er kann zur Belastung für die Exportindustrie werden. Am Montagmorgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1670 US-Dollar, nachdem sie in der Nacht auf Montag bis auf 1,1684 Dollar gestiegen war.

Am Freitag hatte der DAX mehr als eineinhalb Prozent und auf Wochensicht sogar mehr als 3 Prozent verloren. Trotz dieser deutlichen Verluste sei das heimische Börsenbarometer aber noch nicht überverkauft, konstatierten die Experten von IG Markets. Der Abgabedruck könnte daher durchaus noch eine Weile andauern.

Mit den Einkaufsmanager-Indizes der Eurozone für die Industrie und die Dienstleistungen stehen am Montagvormittag wichtige Konjunkturdaten auf der Agenda. Laut Analyst Michael Hewson von CMC Markets UK könnten sie die wirtschaftliche Erholung in der Eurozone unterstreichen und dem Euro weiteren Auftrieb geben. Die Blicke schweifen zur Wochenmitte dann gen Amerika, wo die US-Notenbank Fed am Mittwoch ihren Zinsentscheid verkünden wird. Ein Zinsschritt wird zwar nicht erwartet, aber Aussagen zum Beginn des Abbaus ihrer im Zuge der Billiggeldpolitik aufgeblähten Bilanz sind möglich.

Gesprächsthema am Markt bleibt auch am Montag der Kartellverdacht bei den deutschen Autobauern. Das deutsche Magazin „Spiegel“ hatte am Freitag über den Verdacht jahrelanger illegaler Absprachen zulasten von Verbrauchern und Zulieferern berichtet. Deutsche Autowerte waren daraufhin unter Druck geraten. Auch am Montag zeichnen sich bei den im DAX notierten Herstellern Volkswagen, BMW und Daimler deutliche Verluste ab.

Den in Frankfurt notierten Morphosys-Papieren setzte der Rückschlag bei einem Wirkstoff auch im vorbörslichen Montagshandel weiter kräftig zu, nachdem sie deswegen bereits am Freitag nach Börsenschluss abgesackt waren. Der Wirkstoff Anetumab Ravtansine hatte in einer Phase 2-Studie sein primäres Studienziel verfehlt.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA058 2017-07-24/08:37