Touristiker sind illegalen Vermietern auf der Spur
Immer mehr Vermietungsangebote aus dem Bezirk Kitzbühel werden auf Online-Plattformen gestellt. Doch nicht alle sind gemeldet.
Von Harald Angerer
Kitzbühel –Immer mehr Zimmerbuchungen erfolgen über die verschiedensten Internetplattformen. Besondere Aufmerksamkeit bekommt hier nun die Plattform „Airbnb“, da dort nicht nur offiziell gemeldete Vermieter als Anbieter auftreten, sondern auch immer wieder Privatpersonen, die aber keine Tourismusabgaben leisten.
Bereits im März hatte ein Fall in Kitzbühel für Gesprächsstoff gesorgt. Ein luxuriöses Haus wurde zur Vermietung angeboten, das dem Kitzbüheler Tourismusverband nicht gemeldet war – die TT berichtete. Schon vorher hatte Kitzbühel Tourismus die Internetplattform nach Angeboten aus der Region abgesucht. Mit der Suche nach „Kitzbühel“ seien 304 Angebote zu sehen gewesen, aber lediglich 122 kamen wirklich aus dem Kitzbüheler Verbandsgebiet mit Kitzbühel, Reith, Jochberg und Aurach. Die anderen Angebote stammten aus Nachbarorten, zum Teil bis Saalbach. Bei 66 von den 122 Angeboten waren dem TVB die Vermieter schon bekannt. Sieben waren nicht gemeldet. Inzwischen habe es aber keine Auffälligkeiten mehr gegeben, bestätigt Geschäftsführerin Brigitte Schögl. Man werde im August und September aber wieder Kontrollen durchführen.
Auch die anderen Tourismusverbände in der Region sind bereits hellhörig geworden. „Wir haben Anfang des Jahres mit Airbnb Kontakt aufgenommen und alle Angebote aus unserem Verbandsgebiet ausgehoben“, sagt Stefan Astner, GF des TVB Hohe Salve. Es gab dabei lediglich einen nicht bekannten Vermieter. „Aber auch das hat sich geklärt, die Oma war gemeldet, der Enkel nicht. Also war alles in Ordnung“, schildert Astner.
In dasselbe Horn stoßen die Kollegen der Verbände Brixental und St. Johann. „Wir kontrollieren das Angebot auf der Plattform in unregelmäßigen Abständen“, sagt Gernot Riedel, GF des TVB St. Johann. Es gab schon illegale Angebote. „Wir melden das dann an die Gemeinde weiter“, schildert Riedel. Es wird aber nicht sofort gestraft, sondern ermahnt und informiert. Es sei meist Unwissenheit, wenn eine Vermietung nicht gemeldet wurde.
Auch im Brixental gibt es Überprüfungen. „Auch Airbnb zeigt sich hier sehr kooperativ, es gab schon gemeinsame Sitzungen“, betont Max Salcher, Geschäftsführer des TVB Brixental. Auch hier seien bereits illegale Vermietungen aufgetaucht. „Bisher reichten aber die Ermahnungen und die Vermieter haben sich angemeldet. Oft sind das ja auch nicht einmal Einheimische“, erklärt Salcher.
Im Pillerseetal ist die Lage etwas anders, hier spiele die Internetplattform fast keine Rolle. „Bei uns sind lediglich 15 Betriebe im Verbandsgebiet auf Airbnb gelistet. Wir haben aber während der Biathlon-WM auch kontrolliert, ob jemand illegal vermietet“, sagt TVB-Pillerseetal-GF Armin Kuen.
Die Touristiker betonen auch, dass die wenigen Probleme durch den positiven Effekt aufgehoben würden. „Vor allem für kleine Betriebe ist die Plattform sehr positiv“, ist Riedel überzeugt und Salcher unterstreicht: „Wenn alles im legalen Rahmen verläuft, ist die Plattform sehr hilfreich für die Vermieter.“