Dürre in Italien - Notstand in zehn Regionen möglich

Rom (APA) - In Teilen Italiens könnte wegen der seit Monaten anhaltenden Dürre schon bald der Notstand ausgerufen werden. Darum wollen die P...

Rom (APA) - In Teilen Italiens könnte wegen der seit Monaten anhaltenden Dürre schon bald der Notstand ausgerufen werden. Darum wollen die Präsidenten von zehn Regionen die Regierung in Rom bitten, berichteten italienische Medien. Damit soll finanzielle Unterstützung für Landwirte und Viehzüchter bereitgestellt werden, die unter der Wasserknappheit besonders stark leiden.

Die Trockenheit verursachte der Landwirtschaft Schäden in Höhe von fast zwei Milliarden Euro und wirkt sich negativ auf die Preise der Agrarprodukte aus, berichtete der italienische Landwirtschaftsverband Coldiretti. „Die Landwirtschaft ist der Wirtschaftssektor, der am stärksten unter den Folgen des Klimawandels leidet“, sagte Coldiretti-Chef Roberto Moncalvo. Er forderte stärkere Maßnahmen zur Bekämpfung von Wasserverschwendung.

Die Wasserknappheit hatte sich in den Frühlingsmonaten verschärft, in denen sich normalerweise Reserven für den Sommer sammeln. Statistiken des Forschungsinstituts CNR zufolge belegte dieser Frühling Platz zwei im Ranking der trockensten Jahreszeiten seit 1800.

Die Stadt Rom mit der Region Latium leidet besonders unter der Trockenheit. Ab Freitag ist es dem städtischen Versorgungsunternehmen ACEA untersagt, Wasser aus dem nahegelegenen Bracciano-See zu pumpen. Die ACEA arbeitet an einem Plan zur Wasserrationierung, der 1,5 Millionen Bewohner der Hauptstadt betreffen wird. Bis zu acht Stunden täglich könnte die Versorgung ab dem 28. Juli unterbrochen werden.

Der Bracciano-See nördlich von Rom hat einen absoluten Tiefststand erreicht. Der Pegel liegt 1,64 Meter unter dem Durchschnittsniveau der vergangenen Jahre. Allein in der vergangenen Woche ist der Wasserstand um zehn Zentimeter gesunken. Der Umweltschutzverband Legambiente kritisierte, dass wegen alter Wasserleitungen in Rom 44 Prozent des Wassers auf dem Weg in die Haushalte verloren gehe. Die Landwirtschaft verschlinge zu viel Wasser, man müsse auf wassersparende Landwirtschaftssysteme setzen.

Auch die norditalienische Region Venetien leidet unter der Dürre, die Trockenheit gefährdet die Weinproduktion. Venetien ist Italiens größte Weinbauregion mit elf Millionen Hektoliter Wein jährlich. „In den Kirchen unserer Region werden Messen zelebriert, bei denen die Gläubigen um Regen bitten“, sagte der Präsident Venetiens, Luca Zaia.