TT-Interview

Aus Tiroler ÖFB-Teamspielerin Schiechtl spricht Bodenhaftung

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„Wir dürfen kein einziges Prozent weniger geben“, fordert Tirols Teamspielerin Katharina Schiechtl vor dem letzten Gruppenspiel gegen Island (Mittwoch 20.45 Uhr) ein. Der Hype um die ÖFB-Frauen ist in Holland angekommen.

Dem 1:0-Sieg gegen die Schweiz folgte das tolle 1:1-Remis gegen Frankreich. Die Gemütslage im ÖFB-Frauen-Fußballteam dürfte sensationell sein.

Katharina Schiechtl: Es geht uns natürlich sehr, sehr gut und wir freuen uns riesig. Die schweren Vorbereitungsspiele gegen England oder die Niederlande haben uns sehr geholfen, auch da haben wir wieder viel gelernt.

Sind diese ersten Resultate irgendwie auch unfassbar?

Schiechtl: Natürlich hat man damit in den kühnsten Träumen nicht rechnen können. Aber wir waren in jedem Spiel mutig und hatten unseren Plan. Dass das so aufgeht, ist natürlich ein Wahnsinn.

Ganz Österreich fiebert plötzlich mit, die Spiele werden zur Prime-Time im ORF übertragen.

Schiechtl: Die Unterstützung von zuhause ist gewaltig. Auch meine Familie ist hier. Und natürlich habe ich viele Nachrichten erhalten. Das Handy ist schon ein bisschen explodiert. Es tut aber auch gut, dass wir hier im Camp unsere Ruhe vorfinden.

Das ÖFB-Frauen-Fußball-Team wollte bei der ersten EM-Teilnahme überraschen. Jetzt steht die Tür zum Viertelfinale weit offen. Muss man die Ziele neu definieren?

Schiechtl: Nein. Wir denken weiter nur von Spiel zu Spiel, gehen jetzt trainieren und versuchen uns voll und ganz auf Island zu fokussieren. Dann schauen wir, was herauskommt.

Wie für die Herren geht‘s auch für die Damen im letzten Gruppenspiel gegen Island. Bieten sich Parallelen oder Vergleiche an? Mit vier EM-Punkten haben die Frauen die Herren zahlenmäßig ja ohnehin bereits überflügelt ...

Schiechtl: Vergleiche sind kein Thema. Wir konzentrieren uns auf uns. Dass auch wir jetzt gegen Island spielen, ist witzig ...

... und von der Papierform der leichteste Gegner?

Schiechtl: Das würde ich nicht unterschreiben. Sie sind kompakt und robust. Wir müssen wieder alle Aufgaben erledigen und den Matchplan umsetzen. Das wird ein harter Brocken.

Hoffentlich wurden gute EM-Prämien ausverhandelt?

Schiechtl (schmunzelt): Da bin ich nicht involviert. Bei uns steht das Team und Kollektiv klar im Vordergrund. Wir kennen uns schon seit Jahren. Wir können locker und ohne Druck aufspielen. Das Geld spielt keine Rolle.

Die Fahne am Handgelenk symbolisiert die gemeinsame Stärke?

Schiechtl: Das hat sich so entwickelt, als wir im Team ein rotes Tape hatten. Das soll unseren Stolz und Zusammenhalt dokumentieren, ist schon länger Tradition und gefällt mir sehr gut.

Neben der Ausbildung in Österreich spielen Sie auch deutsche Tugenden aus?

Schiechtl: Natürlich hat auch mir der Wechsel nach Bremen viel gebracht. Die Qualität ist noch einmal höher, man kann sich jedes Wochenende mit den Besten messen.

Sie haben bei Karres unter Jungs begonnen, sind dann zu den Wacker-Damen, ehe es nach Bremen ging. Was ist von den Tiroler Wurzeln gegenwärtig noch präsent?

Schiechtl: Ich habe im Landesausbildungszentrum Imst auch vom gemeinsamen Training mit Alessandro Schöpf, Lukas Schnegg oder Samuel Krismer profitiert. Der Weg vom Ale (Schöpf, Anm.) imponiert mir.

Und jetzt imponieren auch die Frauen in Rotweißrot.

Schiechtl: Danke. Wir werden alles daran setzen, dass das auch gegen Island so bleibt. Es zählt nur dieses Spiel. Über mögliche Schlagzeilen nach der EURO mache ich mir keine Gedanken.

Das Gespräch führte Alex Gruber

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