Große Pläne und andere Realitäten beim Turnier in Kitzbühel
Mit David Ferrer, Tommy Haas und Gilles Simon kommen verdiente Tennis-Größen zu den Generali Open (31. Juli bis 5. August). Viele heimische Asse fehlen jedoch in Kitzbühel. Dem Stadion steht der große Umbau bevor.
Von Roman Stelzl und Max Ischia
Kitzbühel — Wenn Alex Antonitsch über die Generali Open spricht, ist seine Stimme wie beflügelt. „Großartig", „unbeschreiblich" und „Weltklasse" sind nur einige der Ausdrücke, die der Turnierdirektor des Kitzbüheler ATP-Turniers während des einstündigen Gesprächs stets aufs Neue einfließen lässt. Und wahrlich glänzt auch heuer wieder vieles beim größten Freiluft-Tennis-Bewerb Österreichs. Aber nicht alles.
Stars: Wer die Namen der besten Spieler durchliest, dem wird beim mit rund drei Millionen Euro budgetierten Bewerb warm ums Herz. Das internationale Teilnehmerfeld ist klingender als die Jahre zuvor. Der Spanier David Ferrer war ehemals die Nummer drei der Welt und Grand-Slam-Finalist Gilles Simon (FRA) war die Nummer sechs. Der Deutsche Tommy Haas, ehemals Nummer zwei, bestreitet sein letztes Sandplatzturnier überhaupt — dazu kommt Pablo Cuevas (URU) als Nummer eins. „Wenn wir uns das 500er-Turnier in Hamburg anschauen, stehen wir nicht schlechter da", sagt Antonitsch.
Dominic Thiem: Doch so klingend die Namen auch sind, der wichtigste unter ihnen fehlt: Dominic Thiem. Österreichs Tennis-Star wird erstmals in seiner Karriere nicht in Kitzbühel aufschlagen. Seit 2010 (damals als 16-Jähriger beim Challenger) war die aktuelle Nummer sieben der Welt siebenmal in der Gamsstadt mit dabei. Heuer gab Thiem der zeitgleichen Nordamerika-Serie den Vorzug. Antonitsch: „Ich glaube, dass Dominic bald wieder bei uns spielen wird. Er liebt das Turnier."
Österreicher: Also muss ein anderer Österreicher beim mit 482.060 Euro Preisgeld dotierten ATP-250-Turnier einspringen. Wer das sein soll? Die Antwort können nur Gerald Melzer und Sebastian Ofner liefern. Vorjahres-Halbfinalist Melzer spielt diese Woche ein Challenger in Cortina (ITA), ist guter Dinge. Antonitsch: „Er will sich extra noch auf die Höhenlage vorbereiten." Der zweite heimische Spieler, der so wie Melzer dank einer Wildcard im Hauptfeld steht, ist Wimbledon-Sensation Ofner. Dahinter klafft ein Loch — Jürgen Melzer (Formtief) sagte so wie Wimbledon-Doppel-Finalist Oliver Marach ab. Andreas Haider-Maurer, der gestern in Runde eins von Hamburg verlor, bekam keine Wildcard. Bleibt nur die Qualifikation — unter anderem mit den beiden Jungstars Jurij Rodionov und Lenny Hampel, die eine Startberechtigung bekamen.
Stadion: Die Bühne für das Turnier soll bald schon eine noch größere sein. Wenn alles gut läuft, steht im Jahr 2019 eine komplett sanierte Arena mit neuem Zubau da. Das 5,2 Millionen Euro teure Projekt ist den Kinderschuhen längst entwachsen — es fehlen nur noch die letzten Verhandlungen zur Finanzierung. „Danach sind wir für 25 weitere Jahre in Kitzbühel gerüstet", erklärt Herbert Günther, Architekt und Präsident des Kitzbüheler Tennisklubs. Eine komplette Bestuhlung sowie die nötige Sanierung stehen auf dem Programm. Der Umbau (siehe Bilder oben) wird auf Kosten von 400 Sitzplätzen gehen.
Zuschauer: Am Ende ist der Umbau ein Schritt in die Moderne — und damit ganz auf die Wünsche der Gäste zugeschnitten. Dass das Interesse auch ohne Thiem ungebrochen ist, zeigt der Kartenvorverkauf. Der stehe auf dem Niveau des Vorjahres (48.900), so Antonitsch. Das Wichtigste bleibe aber der Tagesverkauf. Und der hängt wiederum am Erfolg. An dem der Stars. Und vor allem der Österreicher.
Tennis – Generali Open in Kitzbühel
Programm:
Samstag: 11.00: Start Qualifikation. 12.00: Offizielle Auslosung (Stadtzentrum Kitzbühel).
Sonntag: 11.00: Qualifikation.
10.30: Weißwurst-Frühschoppen.
Montag: Kitz4Kids Day: 11.00: Spielstart 1. Runde.
Dienstag: Babsi Schett Ladies Day: 11.00: Spielstart 1. Runde.
Mittwoch: 11.00: Achtelfinale.
Donnerstag: 11.00: Viertelfinale.
Freitag: 11.00: Halbfinale.
Samstag: 11.00: Doppel-Finale.
14.00: Einzel-Finale.
Top-Spieler: Cuevas (URU/26. der Weltrangliste), Fognini (ITA/31.), Ferrer (ESP/33.), Lorenzi (ITA/36.), Simon (FRA/39.). Wildcards: G. Melzer, Ofner (beide AUT).