Flüchtlinge - Strom aus Afrika auf 20.000 Migranten regeln

Tunis/London (APA) - Die Innenministerkonferenz in Tunis mit Vertretern der EU, Schweiz und nordafrikanischer Staaten soll einen Plan zur ge...

Tunis/London (APA) - Die Innenministerkonferenz in Tunis mit Vertretern der EU, Schweiz und nordafrikanischer Staaten soll einen Plan zur gesetzlichen Festlegung von 20.000 Flüchtlingen aus Afrika nach Europa ausarbeiten. Gepaart werden solle das ganze mit einer strengeren Abschiebepraxis illegaler Migranten aus Italien und dem Zerschlagen von Schmugglerbanden, berichtet der „Guardian“.

Vor allem das UNO-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR unterstützt einen Plan mit einer solchen Obergrenze. Das UNHCR sei der Ansicht, dass die EU-Anstrengungen für eine Ausbildung der libyschen Küstenwache sowie ein Verhaltenskodex für NGO-Rettungsschiffe, die im Mittelmeer operieren, des Problems nicht Herr werden, heißt es Montag in der britischen Online-Ausgabe des Blattes. Ziel sei, auch die Migranten-Routen aus zentralafrikanischen Staaten wie Mali, Niger, Burkina Faso, Äthiopien, dem Tschad und Sudan zu erfassen.

Der UNHCR-Experte Vincent Cochetel betonte, „wir müssen diese gefährlichen Reisen nach Libyen stoppen“. Jede Verbesserung, die darauf abziele, den Flüchtlingsstrom auf See zu verhindern, sowie der Verhaltenskodex für NGOs „kann nicht die Lösung sein. Das Problem muss viel früher in den Ursprungsländern für die Flüchtlingsbewegung“ erfolgen. „Nur ein Drittel der Migranten, die Italien erreichen, werden als international Schutzbedürftige eingestuft“.

Für viele Migranten, die bereits aus Afrika heraus Libyen erreichten, sei es oft zu spät, so Cochetel. Es werde derzeit angenommen, dass 300.000 Afrikaner in libyschen Flüchtlingslagern entweder versuchten, nach Europa zu gelangen oder in Libyen Arbeit zu finden. Viele befänden sich de facto in Händen der Schmuggler. „Es hat viele verbale Bekenntnisse zum Zerschlagen der Schmugglerbanden gegeben, aber es ist wenig passiert. Viele dieser Menschenschmuggler können identifiziert werden, weil sie ihre Dienste per Facebook anbieten“.