Innsbruck

P3-Turm bekommt ein Gesicht

Das ursprüngliche Siegerprojekt.
© Architekturbüro Heinlein&Zierl

Der Sieger des Architektenwettbewerbs ist gekürt, automatisch durchgewinkt wird das Projekt aber von der Stadtpolitik nicht.

Von Denise Daum

Innsbruck –Aller guten Dinge sind drei, scheint das Motto des Innsbrucker Investors Markus Schafferer zu sein. Nach dem Pema-Gebäude in der Brunecker Straße und dem in Bau befindlichen „P2“ laufen die Vorbereitungen für den dritten Großbau rund um den Innsbrucker Hauptbahnhof. Für den P3-Turm in der Südbahnstraße 1, in dem ein Motel-One-Hotel und Büroflächen Platz finden, lief ein internationaler Architektenwettbewerb – die Jury hat jetzt einstimmig das Projekt der Innsbrucker Architekten Michael Heinlein und Alois Zierl zum Sieger gekürt.

Vor der Genehmigung muss das Projekt nun aber eine Ehrenrunde drehen. Die Stadt Innsbruck hat nämlich im Vorfeld für den Neubau einen Deckel für die Bruttogeschoßfläche von 9000 Quadratmetern und eine Kubaturvorgabe von 29.700 Kubikmetern festgelegt. Schafferer betonte jedoch stets, dass ein Projekt mit weniger als 10.000 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche nicht wirtschaftlich sei. Die Nichteinhaltung dieser Bestimmungen stellte im Wettbewerb deshalb keinen Ausschließungsgrund dar. „Der Wettbewerb sollte zeigen, was städtebaulich und architektonisch möglich und sinnvoll ist“, erklärt Planungsstadtrat Gerhard Fritz, der gemeinsam mit Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer Teil der Wettbewerbsjury war. Für ihn ist das Projekt trotz einer Kubatur von rund 35.000 Kubikmetern und 10.600 Quadratmetern Bruttogeschoßfläche „überzeugend“ und bekommt seinerseits grünes Licht. Bleibt die Frage, was der Gestaltungsbeirat zu dem Projekt sagt. Denn der Bauausschuss hat entschieden, dass das Wettbewerbsergebnis im Innsbrucker Gestaltungsbeirat diskutiert werden soll, bevor es wieder zurück in den Bauausschuss und schließlich in den Gemeinderat kommt. Dort müssen dann die Änderung des Flächenwidmungsplans sowie der Bebauungsplan beschlossen werden.

Markus Schafferer rechnet mit einem Baustart für das 45-Millionen-Euro-Projekt im Jahr 2018. Die Zimmeranzahl des Hotels, die im Vorfeld für heftige Kontroversen sorgte, wird bei 220 liegen. Vom Tisch ist im Übrigen die Diskussion rund um den Cinematograph – der wird nicht in den P3-Turm übersiedeln.

Alle Wettbewerbsarbeiten sind ab morgen bis 7. August öffentlich im Erdgeschoß des Pema-1-Gebäudes ausgestellt (Mo. bis Fr., 8 bis 12 Uhr).