Motor News

Voll Gas geben im Caddy TGI

Weder von außen noch beim Fahren merkte man, dass unser Caddy Family TGI mit Erdgas betrieben wurde. Egal welcher Treibstoff: Die Qualitäten sind die gleichen.
© Zoller

Ein mögliches Fahrverbot für Diesel lässt VW den Erdgas-Antrieb wieder ins Rampenlicht rücken. Der Caddy TGI zeigt, wie es gehen kann.

Zirl – Schon seit jeher ist der VW Caddy bei Familien und Handwerkern gleichermaßen beliebt. Vor allem weil er als genügsames Lasttier bekannt ist, dem auch alternative Antriebskonzepte nicht fremd sind. Immerhin gab es in den vergangenen Jahren neben den bekannten Selbst- und Fremdzündern eine Flüssiggas- und eine Erdgas-Version des geräumigen Lademeisters. Während der Flüssiggas-Antrieb mittlerweile wieder gänzlich vom Markt verschwunden ist, wird die Erdgas-Version seit einem Jahr auch mit Doppelkupplungsgetriebe angeboten. Diese Kombination mussten wir uns natürlich etwas genauer ansehen.

Am Steuer merkt man so gut wie gar keinen Unterschied zum Benziner. Der 1,4-Liter-Vierzylinder leistet maximal 110 PS und schickt ordentliche 200 Nm an die vorderen Räder. Dieses Zahlenwerk macht aus dem Caddy TGI zwar keinen Rennwagen, doch das will er ja auch gar nicht sein. Für den Standardsprint auf der Autobahn benötigt man daher auch etwas mehr als 12 Sekunden. Dank der Zwangsbeatmung durch einen Turbolader und dadurch, dass das maximale Drehmoment schon bei 1500 U/min anliegt, kommt man allerdings recht flott vom Fleck, bei 172 km/h ist dann Schluss mit dem Vorwärtsdrang.

Die erste Frage, die uns immer gestellt wurde, lautete: Wie sieht es mit der Reichweite aus? Die vier CNG-Tanks in unserem Caddy TGI nehmen 26 kg Erdgas auf und bescheren dem Besitzer eine Reichweite von mindestens 610 Kilometern. Sollte einem dann doch einmal das „Gas“ ausgehen, dann hat man dank des 13-Liter-Benzintanks einen „doppelten Boden“ an Bord.

In unserem Testwagen wechselte die bekannte 6-Gang-Doppelkupplung zwischen den Schaltstufen hin und her. Und das äußerst sanft. Nur beim Anfahren brauchte das DSG-Getriebe einen Moment länger, um den ersten Gang einzulegen. Dass der Fahrkomfort nicht mehr als das Siegel „ordentlich“ verdient, hat in erster Linie damit zu tun, dass sich Volkswagen bei der Überarbeitung nicht von der mit Blattfedern ausgestatteten Starrachse verabschieden wollte. Ihr hat man das gelegentliche Rumpeln an der Hinterachse zu verdanken.

Ansonsten darf man sich in unserem Caddy Family über reichlich Platz freuen. Ob man sein Telefon, die Geldtasche, Schlüssel oder Getränkeflaschen unterbringen muss: Für alles findet sich die richtige Ablage. Dafür ist der Caddy seit jeher bekannt. Die zwei seitlichen Schiebetüren geben eine mehr als 70 Zentimeter breite Öffnung frei, durch die das Beladen zum Kinderspiel wird. Jetzt wird auch der Vorteil der würfelförmigen Karrosserieform sichtbar: Als Zweisitzer bietet der Caddy eindrucksvolle 3030 Liter Stauraum. Standardmäßig steckt der Caddy immerhin 750 Liter weg.

Vorbildlich war unser Caddy Family in Sachen Verbrauch. Wir verbrauchten auf 100 km im Schnitt 6,1 Kilo des flüchtigen Treibstoffs. Das ergibt Spritkosten von 5 Cent pro Kilometer und man darf sich über eine relativ niedrige Rechnung von 20 Euro freuen, wenn man den Caddy ganz volltankt. Wer sich den CNG-betriebenen Caddy samt DSG-Getriebe anschaffen möchte, der sollte mindestens 24.229 Euro auf dem Konto haben. Der von uns getestete Caddy Family TGI brachte es auf über 30.000 Euro. (luc)

Die Technik

Motor: Vierzylinder-Benziner

Hubraum: 1395 ccm

Drehmoment: 200 Nm bei 1500 U/min

Leistung: 81 kW/110 PS

L/B/H: 4505/2079/1858 mm

Gewicht: 1883/2280 kg

Kofferraumvolumen: 750 – 3030 l

Tankinhalt: 26 kg

Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h

0 – 100 km/h: 12,0 Sekunden

Verbrauch: 6,1 kg/100 Kilometer

Kraftübertragung: Vorderradantrieb

Preis: ab 30.000 Euro

CO2-Emission: 122 g/km