Tourentipp

Einmal ohne Ski

© Rapp Irene

Von Oberellbögen aus ist die Tour auf den Morgenkogel mit 1400 Höhenmetern zwar weit. Schon bald darf man aber offiziell mit dem Rad zur Profeglalm fahren.

Von Irene Rapp

Ellbögen –Den 2607 Meter hohen Morgenkogel in den Tuxer Alpen kennen viele vom Winter: Da ist diese Erhebung ein gerne angesteuertes Ziel von Tourengehern und wenn man einmal den Wald hinter sich gelassen hat, weiß man wieso. Ein weitflächiges Almgebiet mit sanften Hängen tut sich auf, bei Pulverschnee oder Firn muss die Abfahrt hier ein Vergnügen sein. Aber auch im Sommer hat die Tour auf den Morgenkogel ihre Reize: Erstens ist dann die Profeglalm geöffnet und diese Einkehr überrascht mit zwei jungen Hirten und einem kleinen Almbuffet.

Zweitens führt auf die Alm ein schöner Steig durch den Wald hinauf, oben dann kann man die Aussicht genießen. In wenigen Wochen darf man aber laut Auskunft von Dieter Stöhr vom Land Tirol auch ganz offiziell auf dem Forstweg hier heraufradeln. Zwar ist der Weg bis zum Meissnerhaus auf der gegenüberliegenden Seite des Viggartales schon länger eine offiziell freigegebene Strecke, der auf die Profeglalm allerdings noch nicht. Doch wie gesagt, das wird sich bald ändern und dann kann man das Sommer-Unternehmen Morgenkogel als anspruchsvolle, aber gut machbare Bike-and-Hike-Tour angehen.

Die Profeglalm, am Wochenende gibt es persönliche Bewirtung.
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So kommt man hin: In Ellbögen fährt man nach Oberellbögen bis zum ehemaligen Gasthof Zirbenhof. Hier links hinauf abbiegen und noch kurz weiter bis zu einem kleinen Parkplatz neben einem Hackschnitzellager. Gleich hinter diesem zweigt der Steig hinauf zur Profeglalm ab. Dieser Weg kreuzt auch einige Male die Forststraße, verkürzt diese aber auf jeden Fall.

Wir sind auf der Forststraße hinauf zur Profeglalm (1809 m). An den zahlreichen Wegteilungen befinden sich immer Beschilderungen, ein Verirren ist also unmöglich.

Nach rund 580 Höhenmetern ist das relativ neue Almgebäude, das der Gemeinde Ellbögen gehört, erreicht. Dazu gehört eine riesige Almfläche, auf der derzeit rund 180 Tiere grasen – vor allem Rinder, aber auch Pferde. Die Tiere ständig im Auge zu behalten ist eine Herausforderung – und so sehen es auch die zwei Pächter. „Wir sind täglich mehrere Stunden im Gelände unterwegs“, erzählt Johannes Bodner. Unter der Woche bleibt daher keine Zeit für eine Bewirtung von Gästen und auch am Wochenende ist diese eingeschränkt.

Doch haben sich der Haller und seine Lebensgefährtin Johanna Huter etwas Besonderes einfallen lassen: Im Brunnen vor der Alm finden sich Getränke, an einer Kasse kann man diese bezahlen. Am Freitag gibt es in einem Kühlschrank vor der Alm Brettljausen, die man sich nur zu nehmen und natürlich ebenfalls bezahlen braucht.

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Den Track für die Tour finden Sie unter http://bit.ly/2uB5hEI

Der Eindruck täuscht: Vom Überfallgründl aus geht man noch rund 300 Höhenmeter zum Morgenkogel-Gipfel.
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Am Samstag und Sonntag hingegen sind Bodner und Huter ab Mittag bereit, um Gäste zu bewirten: mit viel Selbstgemachtem und Selbstgepflücktem, wie Schwammerln oder Wiesenkräutern. In einem Folientunnel hinter der Alm wachsen auch andere Pflanzen heran. Für den großen Ansturm sind Johannes und Johanna aber sicherlich nicht gerüstet und deswegen liegen auf jedem Tisch Informationen auf, dass man auch seinen Proviant hier verspeisen darf – den Müll aber wieder mitnehmen soll.

Gleich neben der Alm zeigen dann Wegweiser, wo es weitergeht: und zwar hinauf in den Wald, immer wieder geben die Schilder mit der Aufschrift „Kleine Täler­Überschreitung“ die Richtung vor. Hat man den Wald hinter sich gelassen und erreicht das Almgelände, tut sich dieses wie ein großes Becken auf – links und rechts umrandet von kleinen Felsketten.

Unzählige Rinder grasen hier und wer sich ein bisschen auskennt, kommt aus dem Schauen nicht heraus: Da gibt es u.a. Tiroler Graue, Pustertaler Sprinzen, Schottische Hochlandrinder und Galloways. Die vielen Tiere sind auch dafür verantwortlich, dass man eigentlich auf zahlreichen Steiglein hinauf zum Joch, dem so genannten Überfallgründl auf 2302 Metern, marschieren kann.

Und während man sich im Bereich der Nordkette auf dieser Höhe bereits nur noch im Fels bewegen würde, wandelt man hier immer noch auf dem schönsten Almboden. Erst langsam wird es ein wenig felsiger. Spätestens ab dem Überfallgründl, welches herrliche Tiefblicke ins Arztal sowie tolle Ausblicke auf Stubaier Alpen, Nordkette usw. bietet, marschiert man ab und zu über Blockwerk.

In südöstlicher Richtung geht es weiter Richtung Morgenkogel, der zum Greifen nah scheint, was aber nicht der Fall ist: Vom Überfallgründl aus sind es noch 300 Meter bis zum Gipfel. Oben steht man dann vor einem Gipfelkreuz, welches 1978 von der Jungbauernschaft Ellbögen errichtet worden ist. Auch die Aussicht ist traumhaft – am vergangenen Sonntag zogen zwar immer wieder Wolken hin und her, aber das tat dem Fernblick wenig Abbruch. Zurück ging es dann auf demselben Weg – zumindest ungefähr. Denn, wie gesagt, Weglein gibt es hier genug. Fazit: Die Tour ist lang, aber alpinistisch nicht schwierig. Und wem der Morgenkogel zu weit ist, der steuert nur die Profeglalm an.

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