Zürcher Börse schließt schwächer
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag auf breiter Front nachgegeben und an seine Verluste vom Freitag angeknüpft. V...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag auf breiter Front nachgegeben und an seine Verluste vom Freitag angeknüpft. Vor allem die Schwergewichte Nestlé, Roche und Novartis zogen den Leitindex SMI nach unten. Ein Lichtblick waren die Aktien von Julius Bär. Sie gewannen stark an Wert, nachdem der Vermögensverwalter die Anleger mit seinem Quartalsbericht positiv überrascht hatte.
Die übergeordnete Stimmung beschrieb ein Händler als angespannt. Nach der schwachen Entwicklung in der Vorwoche sei die Stimmung etwas angeschlagen. Die zum Wochenbeginn veröffentlichten volkswirtschaftlichen Daten änderten daran nichts, da sich die Unternehmensstimmung im Euroraum den zweiten Monat in Folge eintrübte und die US-Einkaufsmanagerindizes von Markit den Erwartungen insgesamt entsprachen.
Neben der an Fahrt gewinnenden Berichtssaison rückte bereits die unsichere Leitzinsentscheidung der US-Notenbank vom Mittwoch in den Fokus. Die Protokolle der letzten Fed-Sitzung hätten gezeigt, dass die anhaltend niedrige Inflation die US-Geldpolitik in puncto Zinserhöhungen ins Wanken bringen könnte, hieß es.
Der Swiss Market Index (SMI) stand zum Handelsschluss 0,45 Prozent tiefer bei 8.898,23 Punkten, und der breite Swiss Performance Index (SPI) gab um 0,46 Prozent auf 10.137,89 Zähler nach. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verlor 0,24 Prozent auf 1.415,07 Zähler.
Im Rampenlicht standen Julius Bär (+4,5 Prozent), die mit einem Kurssprung in die neue Handelswoche starteten. Das Zürcher Vermögensverwaltungs-Institut hat mit dem Nettoneugeldwachstum und der bereinigten Bruttomarge selbst die ambitioniertesten Analystenerwartungen übertroffen. Insgesamt waren die Erwartungen allerdings relativ tief. Allen Unkenrufen zum Trotz wisse das Ergebnis dennoch zu überzeugen, hieß es im Markt. Im Rückenwind der Bär-Zahlen legten auch die Aktien von UBS (+1,9 Prozent) und Credit Suisse (+1,5 Prozent) deutlich zu und vervollständigen das Siegerpodest. Die beiden Großbanken wollen ihre Halbjahresbilanzen am Freitag vorlegen.
Nennenswerte Kursgewinne verzeichneten auch die Aktien von LafargeHolcim (+1,3 Prozent) und Sika (+0,2 Prozent). Der Zementhersteller LafargeHolcim will zur Wochenmitte seinen Zwischenbericht vorlegen, der Bauchemiekonzern Sika am Donnerstag. Dann dürften aber vor allem die Aktien von Nestlé und Roche nach Vorlage der Quartalszahlen dem Gesamtmarkt die Richtung weisen. Am Montag belasteten beide Aktien mit Abgaben von 0,9 und 0,6 Prozent die Marktentwicklung. Die Titel des dritten Schwergewichts Novartis verloren 0,9 Prozent an Wert. In der Vorwoche hatte der Titel als einziger von den Dreien zugelegt, nachdem der Konzern mit seiner Zahlenvorlage die Investoren beruhigt hatte.
Die mit Abstand größten Kursverluste erlitten Dufry mit 3,4 Prozent, die damit die Abgaben aus der Vorwoche ausweiteten. Spekulationen über den Kurs des Großaktionärs HNA lasteten auf dem Aktienkurs und lösten Gewinnmitnahmen aus, hieß es. Größere Verluste waren auch bei Kühne+Nagel (-2,1 Prozent) zu sehen, die in der Vorwoche ein Rekordhoch erreicht hatten.
Schwach entwickelten sich auch die Aktien von Lindt&Sprüngli (-2,0 Prozent) - einen Tag vor der Zahlenvorlage. Die Partizipationsscheine des Schokoladenherstellers hatten sich auch in den vergangenen Monaten unterdurchschnittlich entwickelt. Analysten erwarten für das erste Halbjahr allerdings solide Wachstumszahlen.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA442 2017-07-24/19:16