Stichwort: Die Fotosammlung OstLicht
Wien (APA) - Der Gesamtbestand der von Peter Coeln gegründeten Sammlung OstLicht und seiner privaten Sammlung umfasst etwa 120.000 Fotografi...
Wien (APA) - Der Gesamtbestand der von Peter Coeln gegründeten Sammlung OstLicht und seiner privaten Sammlung umfasst etwa 120.000 Fotografien, rund 22.000 Bücher und Apparate, darunter die erste kommerziell hergestellte Kamera von Susse Frères aus dem Jahre 1839.
Die historische Bandbreite reicht von den Anfängen der fotografischen Bildtechniken um 1840 bis zur Gegenwart, wobei der umfangreichste Anteil in die Zeit zwischen 1900 und den 1970er-Jahren fällt. Eng verwoben ist die Entwicklung der Sammlung mit der Gründung der Galerie WestLicht in im Jahr 2001.
Die Sammlung repräsentiert sämtliche fotografische Prozesse. Zu den thematischen Schwerpunkten zählen u.a. Porträt und Akt in Daguerrotypien ab 1840, frühe Reiseveduten, Bildjournalismus mit Schwerpunkt Magnum, internationale Filmfotografie, Wiener Aktionismus, Atelierfotografie der Zwischenkriegszeit, Kuba, Kriegsberichterstattung, Weltraum und die internationale Polaroid-Collection, die Coeln im Jahr 2011 erworben hat.
Werkblöcke internationaler Fotografen (wie Edouard Baldus, Alberto Korda, Mario Giacomelli, Elliott Erwitt, Nobuyoshi Araki, Ren Hang) finden sich ebenso wie umfangreiche Bestände heimischer Fotokünstler (u.a. Trude Fleischmann, Walter Henisch, Stefan Kruckenhauser, Cora Pongracz, Padhi Frieberger, Friederike Petzold, Otto Mühl, Hermann Nitsch, Rudolf Schwarzkogler).
Seit dem Frühjahr 2015 ist das Depot in neu adaptierten Räumlichkeiten am Areal der Brotfabrik in Wien-Favoriten beheimatet, wo auch die von Peter Coeln betriebene Galerie OstLicht ihr Zuhause hat. Auf 300 Quadratmetern bietet das Depot Arbeits- und Lagerräume sowie ein Schauraum für Sichtungen. Zwei Kunsthistorikerinnen obliegt die fotohistorische Aufarbeitung sowie administrative Verwaltung des Bestandes. Die so aufgebaute Bild-Datenbank enthält Katalogeinträge zu 75.000 Objekten.
Neben den Ausstellungen im Fotomuseum WestLicht herrscht ein reger Leihverkehr mit internationalen Institutionen wie dem Centre Pompidou, Nationalmuseum Zürich, House of Photography in Moskau, NRW Forum Düsseldorf, Münchner Stadtmuseum, Musée d‘Orsay, The Finnish Museum of Photography oder der Bundeskunsthalle Bonn.
Neben der Sammlung OstLicht hat Coeln im Laufe der letzten 30 Jahre auch eine umfangreiche Privatsammlung aufgebaut, die sich ebenfalls im Depot findet und die er dem Bund als Schenkung angeboten hat. Die Sammlung OstLicht würde er dem Bund zum Buchwert überlassen.
(S E R V I C E - Einen Überblick über die Sammlung bietet eine Präsentation auf der WestLicht-Website www.westlicht.com/fotosammlung)