SHW-Gremien raten zur Ablehnung des Pierer-Übernahmeangebots
Wien/Aalen/Wels (APA) - Vorstand und Aufsichtsrat des deutschen Autozulieferers SHW empfehlen ihren Aktionären, das Übernahmeangebot der obe...
Wien/Aalen/Wels (APA) - Vorstand und Aufsichtsrat des deutschen Autozulieferers SHW empfehlen ihren Aktionären, das Übernahmeangebot der oberösterreichischen Pierer Industrie AG (PIAG) nicht anzunehmen. Das Angebot des Industriellen Stefan Pierer von 35 Euro/Aktie sei aus finanzieller Sicht nicht angemessen, hieß es in einer SHW-Aussendung. Es spiegle nicht den Wert wider, den SHW aus eigener Kraft erzielen könne.
Mit der Strategie „SHW 2020“ habe man in den zurückliegenden 18 Monaten die Weichen für einen erheblichen Umsatz- und Ertragsschub ab 2018 gestellt. Die Maßnahmen zur Verbesserung der operativen Exzellenz würden greifen, ein substanzielles Investitionsprogramm von über 30 Mio. Euro zur Internationalisierung der Pumpenaktivitäten sei angelaufen.
„Bis 2020 ist mit einem gegenüber 2017 um rund 50 Prozent höheren Umsatz und einer signifikanten Margen- und Ergebnisverbesserung zu rechnen“, heißt es. Damit berge die SHW-Aktie nach Auffassung von Vorstand und Aufsichtsrat erhebliches Wertsteigerungspotenzial. Die Investmentbank Berenberg bestätige in ihrer Fairness Opinion die Einschätzung, dass das PIAG-Offert finanziell nicht angemessen sei.
Die geplante SHW-Übernahme durch Pierer war heuer im ersten Halbjahr nach Angaben des Beraters EY mit 234 Mio. Euro Volumen der zweitgrößte bekannt gewordene M&A-Deal in Österreich, nach dem milliardenschweren OMV-Einstieg bei einem sibirischen Gasfeld.
Die PIAG verfolge mit dem Übernahmeangebot ein langfristiges und strategisches Interesse und sehe in einer Übernahme die Möglichkeit der Realisierung von strategischen Potenzialen im Automotive-Branchensegment, so die PIAG vor zwei Wochen, als Pierer erstmals das Offert bekannt gab. Schon vor einer Woche hatte SHW in einem ersten Statement erklärt, das PIAG-Angebot sei zu niedrig.
Die Pierer-Konzern-Gruppe ist im Fahrzeuggeschäft (u.a. Motorräder) sowie im automotiven High-Tech-Komponentenbereich tätig und zählt bei 1,5 Mrd. Euro Umsatz über 5.200 Mitarbeiter.
SHW setzte mit Bremsscheiben, Pumpen und Motorkomponenten 2016 als börsennotierter Konzern mit mehr als 1.250 Mitarbeitern 406 Mio. Euro um.