Cranbrook

Zwei frühere Mormonen-Bischöfe in Kanada wegen Polygamie verurteilt

Das Dach des zentralen Tempels der Mormonen in Salt Lake City in den USA (Symbolbild).
© Getty Images/AFP

Weil sie 24 bzw. fünf Frauen geheiratet hatten, wurden zwei Ex-Bischöfe einer Mormonen-Sekte in Kanada der Polygamie für schuldig befunden. Der Anwalt der beiden strebt nun eine Verfassungsklage an.

Cranbrook - Ein Gericht in Kanada hat zwei Ex-Bischöfe einer Mormonen-Sekte der Polygamie für schuldig befunden. Winston Blackmore (60) soll 24 Frauen geheiratet haben, James Oler (53) fünf, wie der Sender CBC am Montag (Ortszeit) unter Berufung auf das Oberste Gericht in der westlichen Provinz British Columbia berichtete. Demnach soll Blackmore mehr als 145 Kinder gezeugt haben. Beide Männer sind Angehörige der Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage (FLDS).

Die Vielehe ist in Kanada verboten. Den beiden Männern drohen nun bis zu fünf Jahre Haft. Ein Termin für die Verkündung des Strafmaßes stand zunächst nicht fest.

Vergleich mit Situation von Homosexuellen

Beide Männer bekennen sich zur Vielehe. Seine einzige Schuld bestehe darin, seine Religion auszuüben, sagte Blackmore Reportern - "das habe ich nie bestritten." Einem Bericht des Star zufolge strebt Blackmores Anwalt, Blair Suffredine, eine Verfassungsklage an. Sein Klient verglich den Fall mit der Situation homosexueller Paare. Auch die Homo-Ehe sei in der Vergangenheit illegal gewesen, sagte Blackmore.

Der Fall ist von großer Bedeutung für die Ausübung der Religionsfreiheit in Kanada. Die kanadischen Behörden haben die Sekte bereits seit den 90er Jahren im Visier, konnten aber wegen juristischer Unklarheiten zunächst nicht gegen die Polygamisten vorgehen. Das Gericht klärte 2011, dass das Verbot der Vielehe rechtmäßig sei und nicht mit der Religionsfreiheit im Konflikt stehe. (dpa)