Kulturminister siegt im Streit um Kolosseum gegen Gemeinde Rom

Rom (APA) - Die Gemeinde Rom erleidet im Streit mit dem italienischen Kulturministerium um das Kolosseum eine Niederlage. Der Staatsrat in R...

Rom (APA) - Die Gemeinde Rom erleidet im Streit mit dem italienischen Kulturministerium um das Kolosseum eine Niederlage. Der Staatsrat in Rom, die höchste Instanz bei administrativen Verfahren, hat einen Antrag vom italienischen Kulturministerium angenommen und der beschlossenen Einrichtung eines archäologischen Parks rund um das Kolosseum grünes Licht gegeben.

Das Kulturministerium kann jetzt die bereits gestartete Suche nach einem Direktor für den archäologischen Park auf internationaler Ebene fortsetzen. Damit wurde ein für die Gemeinde Rom günstiges Urteil des administrativen Gerichts TAR gekippt, das im Juni gefällt worden war.

Die Leitung des neuen archäologischen Parks soll laut Vorhaben des Kulturministeriums für das Kolosseum sowie für die Kaiserlichen Foren verantwortlich sein. Der Park soll einen eigenen Direktor erhalten. Das Kolosseum soll somit künftig unter Kontrolle des Kulturministeriums und nicht mehr des römischen Denkmalschutzes stehen. Damit verliert die Gemeinde Rom jedoch einen Großteil der Einnahmen durch den Ticketverkauf - immerhin ungefähr 40 Millionen Euro jährlich. Das Kolosseum wird pro Jahr von 6,5 Millionen Personen besucht.

Lediglich 30 Prozent der Einnahmen durch den Verkauf der Eintrittskarten sollen nach der Einrichtung des archäologischen Parks in Roms Kassen fließen, berichtete Virginia Raggi. Dagegen wehrt sich Roms Bürgermeisterin heftig, versucht sie doch, die leeren Gemeindekassen aufzufüllen. „Das Kulturministerium verletzt die Interessen der Stadt Rom“, protestierte Raggi, die im April den Gang zum administrativen Gericht angekündigt hatte.

Kulturminister Dario Franceschini begrüßte das Urteil des Staatsrates. Die Einrichtung des archäologischen Parks entspreche einer Strategie zur Verwertung des Geländes um das Kolosseum. Sie sei Teil einer Strategie, um Museen und archäologischen Geländen mehr Autonomie zu garantieren.