Pressestimmen zum Prozess gegen „Cumhuriyet“-Mitarbeiter
Ankara (APA/dpa) - Zum Prozess gegen Mitarbeiter der türkischen Zeitung wegen angeblicher Terrorunterstützung schreiben die Zeitungen am Die...
Ankara (APA/dpa) - Zum Prozess gegen Mitarbeiter der türkischen Zeitung wegen angeblicher Terrorunterstützung schreiben die Zeitungen am Dienstag:
„Times“ (London):
„Demokratie ist für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nur ein Zug, aus dem man aussteigt, wenn man sein Ziel erreicht hat. Erdogan sollte stark über dieses Ziel und auch darüber nachdenken, wie sehr er die Türkei destabilisiert hat, indem er sich über demokratische Standards hinwegsetzt. Seit dem Putschversuch gegen ihn vor einem Jahr hat der Präsident sein Land in Aufruhr gestürzt und eine politische Säuberung in Gang gesetzt, bei der das Staatswesen gespalten und nahezu die Hälfte der Armeeführung ins Gefängnis gesperrt wurde. Im Ausnahmezustand sind rund 40.000 Menschen verhaftet und Firmen, Schulen und Medien geschlossen oder unter staatliche Kontrolle gestellt worden. Wie der gestern in Istanbul eröffnete Prozess demonstriert, sind Journalisten die ersten Opfer von Erdogans Drang zur Unterdrückung kritischer Stimmen.“
„Liberation“ (Paris):
„Was das Wesen eines politischen Regimes angeht, gibt es zwei untrügliche Anzeichen: Der Zustand der Gefängnisse und das Los der Journalisten. Die Haftbedingungen stehen für den Grad der Repression; das Ersticken der Presse verhindert, dass die Repression angeprangert wird. Erdogans Türkei macht es den Analysten leicht: Sie wirft Journalisten ins Gefängnis; zwei Fliegen mit einer Klappe.“
( 0753-17.ai, 88 x 104 mm)