Bündnis gegen die Alemagna
Klares Nein der Volkspartei zu FPÖ-Vorstoß für eine Autobahn durch Osttirol.
Lienz –Die Bekanntgabe seiner Kandidatur auf dem zweiten Listenplatz der FPÖ Kärnten hat der ehemalige Landesrat Christian Ragger zur Forderung nach einer größeren Variante der B100 genutzt. Die Drautal-Bundesstraße, in Kärnten unter Jörg Haider bereits in Teilbereichen ausgebaut, möchte Ragger „zu einer Autobahn entwickeln“, wie es hieß. Die Freiheitlichen versprechen wirtschaftliche Chancen und Entwicklung.
Mit einem klaren Nein dazu positionierte sich daraufhin die Volkspartei. Der Lienzer Vize-BM Anton Steiner, die Landtagsabgeordneten Hermann Kuenz und Martin Mayerl und der Kärntner VP-Clubchef Ferdinand Hueter luden gestern an die B100 in Lienz, um ihren Standpunkt darzustellen. Hueter verlangte, den seit 40 Jahren diskutierten Ausbau der B100 endlich bis Berg und Dellach weiterzuführen. Etwas anderes wolle die Bevölkerung nicht. „Statt Baggern rollen die Lkw“, kritisierte er den in Kärnten für Straßenbau zuständigen Landesrat Gerhard Köfer. Seit zwei Jahren stimme man sich mit den Osttiroler Nachbarn intensiv ab, um weiterzukommen.
„Es wird keine Autobahn durch Osttirol geben“, stellte Hermann Kuenz klar. „Auch keine Schnellstraße und erst recht keine Alemagna.“ Man sei über alle Landesgrenzen hinweg stets klar gegen neue Transitrouten aufgetreten und werde dies weiterhin entschieden tun. Der Ausbau des Brennerbasistunnels sei die einzig sinnvolle Antwort auf jährlich steigende Verkehrsbelastungen wie im Außerfern oder im Wipptal. „Naturnaher Tourismus mit dem Nationalpark verträgt keine Autobahn.“
Martin Mayerl und Anton Steiner verlangten „eine zeitgemäße Verkehrserschließung“ verkehrsgeplagter Gemeinden wie Sillian oder Lienz. Die Ortskerne müssten umfahren und damit entlastet werden. „Eine Autobahn durch Osttirol ist eine Träumerei der FPÖ“, meinte Steiner. „Wir lassen uns nicht sagen, was in Osttirol passiert.“
Die Vertreter der Volkspartei verlangten, dass sich Vertreter aller Osttiroler Institutionen und Parteien klar bekennen mögen. „Eventuell auch der Tourismus“, so Kuenz. (bcp)