Beach-Volleyball

Ermacora setzt bei WM auf die Fans

2,03-Meter-Mann Martin Ermacora (r.) will bei der Beachvolleyball-WM über sich hinauswachsen.
© imago/Kuess

Nervosität ist für Beachvolleyballer Martin Ermacora ein Fremdwort. Die WM-Premiere in Wien beflügelt ihn.

Von Susann Frank

Innsbruck –Es war Gänsehaut auf den ersten Blick: Als Beachvolleyballer Martin Ermacora gestern erstmals das WM-Stadion in Wien in voller Größe sah, kribbelte es ihn am ganzen Körper. Und abends, beim ersten Training mit Österreichs Nummer-eins-Team Clemens Doppler und Alex Horst in der Arena, wuchs die Vorfreude des Natterers auf die heimischen Titelkämpfe. Auch, weil es für ihn nichts Schöneres gäbe, als mit Partner Moritz Pristauz ausgerechnet daheim bei den ersten Weltmeisterschaften „der Großen“ aufzuspielen. „Wir sind Publikumsspieler“, betonte der 23-Jährige.

Er setzt darauf, dass die 10.000 Zuschauer im Stadion sie beflügeln und sie über sich hinauswachsen lassen. So wie vergangenes Jahr bei ihrer Premieren-Teilnahme in Klagenfurt. Sie beendeten das World-Tour-Turnier überraschend als bestes ÖVV-Team (17.). „Das war bisher die schönste Woche unseres Lebens.“

Diese soll jetzt abgelöst werden. Sportlich gesehen, wird das keine einfache Aufgabe. Die Frischlinge treffen bei ihrem Auftakt am Freitag um 19 Uhr ausgerechnet auf das erfahrenste WM-Duo: die Ex-Europameister Herrera/Gavira (an Position neun gesetzt) aus Spanien. Am Sonntag steht mittags die Partie gegen die zuletzt stark aufspielenden Kanadier Pedlow/Schachter (16) an und danach folgt das letzte Gruppenspiel gegen die unbekannten Indonesier Candra/Ashfiya (33).

Das durch eine Wildcard spielberechtigte und auf Platz 40 gesetzte ÖVV-Duo muss schon punktgenau fit sein, um das Mindestziel Gruppenaufstieg zu schaffen. „Wir brauchen eine Top-Leistung“, bestätigte Ermacora. Doch vor allem die Erfolge in den vergangenen zwei Wochen stärkten das Selbstvertrauen des 2,03-Meter-Blockspielers und das seines steirischen Partners. Der ersten gemeinsamen Silbermedaille bei einem internationalen Turnier folgte vergangene Woche der Gruppenaufstieg beim Vier-Sterne-Turnier in Polen. „Wir wissen, dass wir an guten Tagen mit den besten Teams mithalten können“, sagte Ermacora, der am Donnerstag ins Spielerhotel übersiedelt.

In seine Wiener WG-Wohnung ziehen zehn Freunde. Insgesamt reist mit Mama Karin, Papa Andreas und Bruder Michi ein 30-köpfiger Fanklub aus Tirol an, um den Ex-Hypo-Tirol-Spieler anzufeuern. Ebenfalls eine Seltenheit. Bei dem Gedanken daran zog es Ermacora erneut eine Gänsehaut auf.