Liste Pilz noch ohne Polit-Promis, Mitbewerber gelassen
Nach langem Überlegen hat sich Peter Pilz entschieden: Das Grüne Urgestein wird bei der Nationalratswahl im Oktober mit einer eigenen „Liste Peter Pilz“ kandidieren. Am Dienstag wurden die ersten vier Vertreter vorgestellt, weitere Personen sollen am Freitag folgen.
Wien – Peter Pilz hat am Dienstag seine Kandidatur für die Nationalratswahl bekannt gegeben. Bei der „Liste Peter Pilz“ soll es sich um keine Partei handeln, betonte der frühere Grünen-Abgeordnete. Welchen Prozentwert er am 15. Oktober erreichen will, ließ er offen, ebenso wie die Kandidatenliste. Präsentiert haben sich neben Pilz vorerst vier– öffentlich noch eher unbekannte – Persönlichkeiten.
Pilz will die Spannung auch nach Bekanntgabe des Antretens noch ein bisschen aufrecht erhalten. Die notwendigen Unterschriften von drei Nationalratsabgeordneten habe man beisammen, von wem sie kommen werden, wurde aber noch nicht verraten. Ebensowenig die weiteren Mitstreiter, für Freitag kündigte der langjährige Abgeordnete daher einen weiteren Pressetermin an. Klar ist bereits, dass der Wahlkampf via Crowdfunding finanziert werden soll, Pilz sprach zuletzt von rund 300.000 Euro, die benötigt werden.
Vier Unterstützer vorgestellt
Die ersten vier Unterstützer stellten sich bereits am Dienstag vor. Es sind dies Maria Stern, die zuletzt am Frauenvolksbegehren mitgearbeitet hat, Konsumentenschützer Peter Kolba oder Sebastian Bohrn Mena, der für sein Antreten aus der SPÖ austrat und bei der Liste für den Tierschutz eintreten will. Stephanie Cox wiederum hat Erfahrung mit Start-ups und betonte, dass es bei der Initiative keinen Klubzwang geben werde.
Nachdem es sich um keine Partei handeln soll, werde es auch kein sonst übliches Parteiprogramm geben. „Bei uns sind die Personen die Programme“, erklärte Pilz. „Was uns zusammenhält, ist nicht Parteidisziplin, sondern die gemeinsamen Ziele und Grundwerte und gegenseitiges Vertrauen“, so der Listengründer weiter. Die Listenerstellung ist noch nicht abgeschlossen und wird derzeit noch diskutiert. Ob etwa die SPÖ-Mandatarin Daniela Holzinger für die Initiative unterschreibt oder auf der Liste steht, das ließ Pilz ebenfalls noch offen. Thematisch erklärte er unter anderem, dass die Werte Gerechtigkeit - etwa bei Steuern, Sicherheit und die Freiheit im Mittelpunkt stehen.
Dass die Trennung von den Grünen, die er selbst mitbegründet hat, nicht einfach ist, gestand Pilz ein. Auch seine Mitgliedschaft werde er in den nächsten Tagen zurücklegen. Für die Grünen wünscht er sich nun, dass es zu einem Erneuerungsprozess kommt und für seine neue Liste erhofft er sich „viele schöne Prozente“. Wie viele genau, konnte er nicht sagen, sei er doch ein „unfassbar schlechter Prophet“.
Mitbewerber reagieren gelassen
Der politische Mitbewerb und auch die frühere Partei reagierten auf Pilz‘ Ankündigungen gelassen. Die Grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek sieht mit seinem Antreten „endgültig einen Schlussstrich gezogen“. Er sei nun „ein politischer Mitbewerber wie jeder andere“, weint Lunacek dem langjährigen Grünen-Mandatar demonstrativ keine Träne nach. Wofür Pilz stehe, sei unklar. „Sicher ist, Peter Pilz ist und bleibt ein Solotänzer, der das Rampenlicht liebt und die One-Man-Show braucht.“
Auch der rote Bundesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler fürchtet keine Konkurrenz: „Wir orientieren uns an Inhalten und nicht an anderen Parteien.“ Die schwarze Generalsekretärin Elisabeth Köstinger wiederum meint, Pilz biete genau das Gegenteil dessen, was das Land jetzt brauche. (APA, TT.com)