Gerichtssplitter

Vier Jahre Haft für Profi-Lkw-Dieb

Litauer hatten 2016 in Tirol gezielt Lkw gestohlen.
© Mair

Vornehmlich von Osteuropa aus agiert eine Lkw-Mafia, die in ganz Europa gezielte Fahrzeugdiebstähle begeht. Tirol war auch letztes Jahr wied...

Vornehmlich von Osteuropa aus agiert eine Lkw-Mafia, die in ganz Europa gezielte Fahrzeugdiebstähle begeht. Tirol war auch letztes Jahr wieder von diesen Machenschaften betroffen. Als Erstes bekam dies eine Unterländer Baufirma zu spüren. Im April wurden dann in Zirl Betonpumpen- und Mischfahrzeuge im Wert von 450.000 Euro entwendet. Die Vorgangsweise wies nach den Ermittlungsergebnissen ganz eindeutig auf eine kriminelle Vereinigung hin. So wurde die elektronische Wegfahrsperre jeweils per Laptop überwunden, die Türschlösser wurden per Kfz-Kraftschlüssel geöffnet. Darauf entfernten die Täter die GPS-Einbaugeräte, um eine Ortung der Fahrzeuge unmöglich zu machen. Zuletzt wurden für die Fahrt in Richtung Süden noch deutsche Kennzeichen auf die Fahrzeuge montiert. Auf einem Lkw-Parkplatz bei Mailand verliert sich die Spur der teuren Lkw. Sie wurden nie mehr aufgefunden. Erwischt hat man hingegen einen der Lkw-Diebe. Der 36-jährige Litauer hatte in Zirl bei einem anderen Lkw Diesel abgesaugt – und hatte seine DNA hinterlassen. Gestern am Landesgericht wollte der Litauer dem Gericht teils hanebüchene Geschichten auftischen und nannte keine Komplizen. Vier Jahre Haft ergingen nicht rechtskräftig.

Mit 2400 Euro Geldstrafe und 300 Euro Verfahrensgebühren kam ein Unterländer davon. Der Mann hatte bereits einmal wegen Stalkings seiner einstigen Verlobten eine Diversion erhalten. Trotzdem hatte er sie mit 90 SMS und Drohungen weiter verfolgt. (fell)