Innsbruck

Widerstand gegen 220 neue Hotelzimmer im P3-Turm

ÖVP, Wirtschaftskammer und Hoteliers halten das Motel One im neuen P3-Turm in Innsbruck für überdimensioniert. Auch die SPÖ ist sauer.

Von Denise Daum

Innsbruck –„Jetzt ist die Katze aus dem Sack und alle Befürchtungen wurden wahr“, zeigt sich August Penz, Hotelier und stellvertretender Obmann des Tourismusverbands Innsbruck, entsetzt über die Dimension des geplanten Motel-One-Hotels. Wie berichtet, sieht das Siegerprojekt zum neuen P3-Turm des Investors Markus Schafferer in der Südbahnstraße neben Büroflächen ein Hotel mit 220 Zimmern vor. „Hotellerie, Tourismusverband und Wirtschaftskammer haben im Vorfeld deutlich gemacht, dass nicht mehr als 160 Zimmer kommen dürfen. Aber der Investor zieht rücksichtslos sein Programm durch“, ärgert sich Penz. Er fordert von der Politik nun ein klares Bekenntnis zur heimischen Hotellerie und ein Nein zu dem 220-Zimmer-Hotel.

Sehr kritisch sieht auch Mario Gerber, Fachgruppenobmann der Hotellerie in der Wirtschaftskammer, das Vorhaben. Ein Motel One habe grundsätzlich als touristisches Angebot in Innsbruck seine Berechtigung, erklärt Gerber. „Aber 220 Zimmer, das sind de facto 450 bis 500 Betten, sind ein Wahnsinn.“ Derart viele Zimmer eines Budget-Hotels stellten ein Problem für die heimischen Hoteliers dar. Der Wunsch nach einer Limitierung auf 160 Zimmer sei bereits ein Zugeständnis gewesen, sagt Gerber.

Offene Türen rennen die Hoteliers bei Tourismusstadtrat Franz X. Gruber und seiner ÖVP ein. Er finde das Siegerprojekt „okay“, auch sei Motel One in Innsbruck willkommen. „Aber 220 Zimmer sind völlig überdimensioniert, die Verhältnismäßigkeit passt hier nicht. Ein einzelner Anbieter mit einer so hohen Zimmeranzahl ist nicht im Interesse des Tourismus in der Stadt Innsbruck“, erklärt Gruber. Er befürchtet, dass ein Hotel in dieser Größe einen Preisverfall bringt.

Über das Ergebnis des Architektenwettbewerbs zeigt sich SPÖ-Gemeinderat Helmut Buchacher, stellvertretender Vorsitzender des Bauausschusses, „empört“. Das Projekt überschreite mit über 35.000 Kubikmetern die Vorgaben der Stadt Innsbruck deutlich. Er könne seine Ablehnung „angesichts der ungeheuren Vorgangsweise jetzt schon ankündigen“.

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