Peter Weibel wettert gegen Markus-Lüpertz-Projekt in Karlsruhe

Karlsruhe (APA/dpa) - Ein Kunstprojekt von Markus Lüpertz für die geplante U-Bahn entzweit in Karlsruhe die Gemüter. Kurz vor der Entscheidu...

Karlsruhe (APA/dpa) - Ein Kunstprojekt von Markus Lüpertz für die geplante U-Bahn entzweit in Karlsruhe die Gemüter. Kurz vor der Entscheidung des Gemeinderats am Dienstag sprach sich Peter Weibel, Direktor des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM), gegen das Projekt aus. Er sieht wegen der fehlenden Ausschreibung nicht nur demokratische Spielregeln in Gefahr. Er kritisiert auch den religiösen Charakter des Kunstwerks.

„Wie kann es dazu kommen, dass jahrhundertealte konfessionelle Kunst nicht wie bisher üblich in Kirchen gezeigt wird, sondern dass religiöse Mythen in öffentlichen Räumen präsentiert werden, nur weil einige Wenige deren Darstellung finanzieren?“ fragt Weibel in einem den „Badischen Neuesten Nachrichten“ vorliegenden Brief, der auch an die Stadt und die Rathausfraktionschefs ging.

Geht es nach einer privaten Initiative, haben die Karlsruher in vier Jahren nicht nur eine neue U-Bahn, sondern auch eine Kunstmeile im Untergrund, die das Kunstpublikum locken soll. Demnach soll Lüpertz die Stationen der künftigen U-Bahn mit großformatigen Keramiktafeln bestücken. Thema: „Genesis - 7 Tage des Herrn“ - die Schöpfungsgeschichte verdichtet auf sieben Haltestellen. Das Projekt um Initiator Anton Goll, dem früheren Chef der Keramikmanufaktur Majolika, soll durch Spenden und Sponsoren finanziert werden.