„Masterplan mit EU-Geld umsetzen“
Die Arbeiterkammer kritisiert die fehlende Finanzierung des Plans für den ländlichen Raum. Länder holen EU-Gelder nicht ab.
Wien –Der am Montag von Agrarminister Andrä Rupprechter (ÖVP) präsentierte Masterplan für den ländlichen Raum stößt auf Kritik der Arbeiterkammer (AK). „Der Masterplan für den ländlichen Raum bleibt den wichtigsten Punkt, die Finanzierung, schuldig“, kritisiert die AK in einer Aussendung.
Die AK verweist auf den Fonds für die ländliche Entwicklung, durch den dem Agrarressort jährlich 1,1 Milliarden Euro für den ländlichen Raum zur Verfügung stehen, und fordert eine gemeinsame Weiterentwicklung des Masterplans mit den bestehenden EU-Finanzmitteln. „Dazu braucht es eine Umschichtung der Mittel auf allgemeine Bedürfnisse des ländlichen Raums wie Arbeitsplätze, Infrastruktur, soziale Dienste und Kinderbetreuung“, sagt Christa Schlager, Leiterin der AK-Abteilung Wirtschaftspolitik. Derzeit würden 90 Prozent der Mittel in die Landwirtschaft fließen.
Mittel für soziale Dienstleistungen würden hingegen nicht von allen Bundesländern abgeholt. „Etwa Niederösterreich lässt das Geld in Brüssel liegen“, sagt Schlager weiter.
Der vom Agrarressort gemeinsam mit der Donauuniversität Krems erarbeitete Masterplan sieht Handlungsbedarf in 20 Bereichen, um den ländlichen Raum attraktiver zu machen, die Landflucht zu stoppen und die Wertschöpfung zu erhöhen. Darin gefordert werden unter anderem der Ausbau der Kinderbetreuung am Land, besserer Anschluss an die Digitalisierung und besser an die Bedürfnisse angepasste Gesundheitsversorgung und Pflege. Rupprechter pocht auf die Umsetzung des Plans durch die neue Regierung, die am 15. Oktober gewählt wird. Gestern hat ihn der Agrarminister gemeinsam mit ÖVP-Chef Sebastian Kurz in Korneuburg in Niederösterreich offiziell präsentiert. (TT)
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