15. Istanbul Biennale will „ein guter Nachbar“ sein

Istanbul (APA) - Die 15. Istanbul Biennale will „ein guter Nachbar“ sein. „A good neighbour“ lautet jedenfalls der heute veröffentlichte Tit...

Istanbul (APA) - Die 15. Istanbul Biennale will „ein guter Nachbar“ sein. „A good neighbour“ lautet jedenfalls der heute veröffentlichte Titel der vom dänisch-norwegischen Künstlerduo Elmgreen & Dragset kuratierten Kunstausstellung, die von 16. September bis 12. November in der Bosporus-Metropole stattfinden wird. Unter den 55 Künstlern aus 32 Ländern ist auch der in Wien lebende Südtiroler Leander Schönweger.

Die von der Koc Holding gesponserte Kunstbiennale, die an sechs Orten der Stadt ihr Programm entfalten wird, gibt sich politisch. „Dein Nachbar könnte jemand sein, der ein ziemlich anderes Leben führt als du“, heißt es in einem Kuratoren-Statement. „Und hoffentlich bist du nicht jemand, der sich, wie zuletzt viele Politiker, dazu entschließt, mit deiner Angst des Andersseins so umzugehen, indem du dich abschottest.“ Die eingeladenen Künstler sollen Fragen von Heimat, Nachbarschaft, Zugehörigkeit und Zusammenleben aus unterschiedlichsten Perspektiven behandeln.

Auf die derzeitige innenpolitische Situation der Türkei und die Spannungen zu vielen Ländern, die vor allem die Menschenrechtssituation nach dem gescheiterten Putsch kritisch sehen, gehen die Kuratoren in ihrem Text nicht ein. Im vergangenen Jahr waren nach dem gescheiterten Putsch sowohl die Canakkale Biennale an den Dardanellen als auch die Kunstbiennale Sinopale am Schwarzen Meer unter politischem Druck abgesagt worden.

Unter den nun bei der Istanbul Biennale vertretenen Künstlern befinden sich auch bekannte Namen wie Berlinde De Bruyckere, Monica Bonvicini oder die verstorbene Louise Bourgeois. Leander Schönweger, Jahrgang 1986, studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien und wurde 2014 für seine Installation „The Creator has a Master Plan“ mit dem Preis der Kunsthalle Wien ausgezeichnet. Im gleichen Jahr gestaltete er in der Kunsthalle Wien am Karlsplatz eine Installation mit dem Titel „Die Nebel lichten sich“, die wie ein verlassener Campingplatz anmutete.