NR-Wahl - Lunacek: „Pilz politischer Mitbewerber wie jeder andere“

Wien/Linz/Klagenfurt (APA) - Die Grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek sieht mit dem Antreten von Peter Pilz „endgültig einen Schlussstrich...

Wien/Linz/Klagenfurt (APA) - Die Grüne Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek sieht mit dem Antreten von Peter Pilz „endgültig einen Schlussstrich gezogen“. Er sei nun „ein politischer Mitbewerber wie jeder andere“, weint Lunacek dem langjährigen Grünen-Mandatar demonstrativ keine Träne nach. Wofür Pilz stehe, sei unklar. „Sicher ist, Peter Pilz ist und bleibt ein Solotänzer, der das Rampenlicht liebt und die One-Man-Show braucht“.

Inhaltliche Konflikte mit seinen Mitstreitern seien da jedenfalls vorprogrammiert, prognostizierte Lunacek in einer Aussendung. Die Kandidatur von Pilz schließe einen bereits länger andauernden „Entfremdungsprozess von den Grünen“ ab, „der besonders bei den Haltungen in Menschenrechtsfragen sichtbar wurde“. So erinnerten die Grünen in der Aussendung etwa an Aussagen von Pilz im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise.

„Für uns Grüne geht es bei dieser Wahlentscheidung darum, ob Österreich in eine solidarische, europäische und kooperative Zukunft geht, oder ob Spalter, Angstmacher und Überwacher uns unsere Freiheiten und unseren Zusammenhalt rauben“, betonte Lunacek. Man werde die Linie fortsetzen und einen Wahlkampf mit jenen Themen führen, für die die Grünen schon immer gestanden seien, etwa „soziale Gerechtigkeit“, Klimaschutz und Umwelt und „eine klare Haltung bei Menschenrechten“.

Mit seiner eigenen Liste sei Pilz‘ Abgang von den Grünen „endgültig“, meinte auch die oberösterreichische Landesparteichefin Maria Buchmayr. Es gebühre ihm Dank für die jahrzehntelange gemeinsame Arbeit, aber Pilz habe nun „die Grünen Türen zugeschlagen, die zu seiner One-Man-Show aufgemacht und ist nun ein politischer Konkurrent“. Die Stoßrichtung der neuen Liste hat Buchmayr schon ausgemacht: „Peter Pilz ist Namensgeber, Alleinunterhalter und einziges Programm seiner Liste.“

Der Kärntner Grünen-Landesrat Rolf Holub wünschte Pilz „Glück“, nannte ihn aber gleichzeitig in einem Atemzug mit dem letztlich glücklosen Politik-Einsteiger Frank Stronach: „Der Stronach war, jetzt kommt der Pilz.“

~ WEB http://www.gruene.at ~ APA304 2017-07-25/14:23