Fußball-Frauen-EM: Players Lounge im Quartier für Abwechslung wichtig

Wageningen (APA) - Strenge Regeln Fehlanzeige, gute Stimmung an der Tagesordnung: Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam genießt in der tra...

Wageningen (APA) - Strenge Regeln Fehlanzeige, gute Stimmung an der Tagesordnung: Österreichs Fußball-Frauen-Nationalteam genießt in der trainingsfreien Zeit bei der EM in den Niederlanden die zugestandenen Freiheiten. Lagerkoller kommt deshalb auch nach fast zwei Wochen im Teamquartier in Wageningen keiner auf, die „Players Lounge“ im Hotel „De Wageningsche Berg“ hat ihren Zweck bisher voll erfüllt.

Eine Playstation steht genauso zur Verfügung wie ein Tischtennis- und Billardtisch. „Laura (Anm.: Feiersinger) ist im Tischtennis schon stark, da gibt es schon ein paar Battles“, verriet Defensivspielerin Sarah Puntigam. Sie probiert sich in der Lounge derzeit aufgrund einer „Challenge“ mit Teampsychologin Mirjam Wolf auch als Klavierspielerin. Gelernt hat sie das nie.

„Sie hat gesagt, dass ich ‚I am from Austria‘ lernen muss, solange wir noch hier sind. Ich hoffe, unser Aufenthalt verlängert sich noch ein bisschen, sonst sieht es schlecht für mich aus“, sagte die 24-Jährige. Bei ihrem Unterfangen wird sie von Teamkollegin Marina Georgieva gecoacht. „Sie hat sechs Jahre gespielt, mit ihr übe ich ein bisschen“, so Puntigam.

Oftmals läuft in der Lounge auch der Fernseher, andere EM-Partien werden von vielen mit Interesse verfolgt. Zwang gibt es aber auch da keinen. „Es bleibt jeder Spielerin selbst überlassen“, erläuterte Innenverteidigerin Carina Wenninger. Sie sah sich etwa den 2:0-Sieg Englands gegen Spanien am Sonntag gerne an. „Es ist ja sehr interessant, weil es ja bei einem möglichen Aufstieg Gegner wären, auf die wir treffen können. Deshalb ist es wichtig zu sehen, was kommen könnte“, sagte die 26-Jährige.

Auf Spielerinnen die mehr Ruhe brauchen wurde bei der Planung auch eingegangen. Auch dank Einzelzimmern gibt es für Kapitänin Viktoria Schnaderbeck und Co. gute Rückzugsmöglichkeiten. „Wir geben den Spielerinnen schon sehr viel Freiheiten, setzen auf eine gewisse Eigenverantwortung“, sagte Teamchef Dominik Thalhammer. Für ihn hat ein Handy am Mittagstisch grundsätzlich nichts verloren. „Sonst gibt es aber keine großartigen Einschränkungen“, so der 46-Jährige.

Das kommt bei der ÖFB-Trupe klarerweise gut an. „Es ist wichtig, dass man in den Ruhephasen nicht immer nur Fußball im Kopf hat. Dafür haben wir da super Bedingungen. Es gibt nichts auszusetzen, ich weiß nicht, was man noch verbessern könnte“, ist Puntigam vollauf zufrieden.

Neben diversen Behandlungen wird die freie Zeit auch immer wieder für Spaziergänge etwa in den angrenzenden Wäldern oder Kurztrips ins Zentrum von Wageningen genutzt. „Es ist immer unterschiedlich, es sind immer andere Gruppen, die zusammen sind. Es passt ganz gut“, sagte Rechtsverteidigerin Katharina Schiechtl.

Laut ihr werde manchmal auch das Bett anderen Aktivitäten vorgezogen. „Jeder schaut vor allem darauf, dass er bestmöglich regeneriert, da legt man sich auch einmal einfach ein paar Stunden hin, um wieder Kraft zu tanken“, gab die Bremen-Legionärin Einblick. Die werden Schiechtl und Co. hoffentlich noch zumindest bis zum 30. Juli brauchen, da stünde das Viertelfinale an.