Mögliche Annäherung von libyschen Rivalen al-Sarraj und Haftar
Paris (APA/AFP) - Im Libyen-Konflikt könnten sich Ministerpräsident Fayes al-Sarraj und sein Rivale General Khalifa Haftar annähern. Bei ein...
Paris (APA/AFP) - Im Libyen-Konflikt könnten sich Ministerpräsident Fayes al-Sarraj und sein Rivale General Khalifa Haftar annähern. Bei einem Treffen nahe Paris wollten sich beide am Dienstag laut einem Entwurf der Abschlusserklärung zu einer Waffenruhe und zu Wahlen verpflichten. Allerdings wurde der Entwurf vor dem Treffen der beiden Kontrahenten mit Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron veröffentlicht.
Macron hatte den von der UNO unterstützten Ministerpräsidenten al-Sarraj und den abtrünnigen General Haftar in das westlich von Paris gelegene La Celle-Saint-Cloud eingeladen. Mit dem Vermittlungsversuch soll ein Beitrag zur Befriedung des nordafrikanischen Krisenstaates geleistet werden.
In dem Entwurf der Abschlusserklärung sprechen sich die beiden Kontrahenten für eine politische Lösung für Libyen aus. Demnach sagten al-Sarraj und Haftar eine Waffenruhe zu, von der die Terrorismusbekämpfung aber ausgenommen ist. Auch sollen sobald wie möglich Präsidentschafts- und Parlamentswahlen abgehalten werden.
Seit dem Sturz von Libyens langjährigem Machthaber Muammar al-Gaddafi im Herbst 2011 herrscht Chaos in dem nordafrikanischen Land. Trotz der Bildung einer Einheitsregierung werden weite Teile Libyens weiter von bewaffneten Milizen kontrolliert.
Al-Sarraj führt die von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Einheitsregierung an, die aber von vielen Libyern nicht anerkannt wird und in weiten Teilen des Landes machtlos ist. General Haftar ist der starke Mann im Osten Libyens und unterstützt mit seinen Truppen die Gegenregierung in Benghazi.
Wegen der Flüchtlingskrise und einer Sorge vor der Ausbreitung jihadistischer Gruppen verstärkt der Westen seine Bemühungen, in dem Land stabilere Verhältnisse herzustellen. Frankreich hatte sich 2011 an Luftangriffen einer internationalen Koalition gegen Gaddafi beteiligt - und wird deswegen heute für das Machtvakuum und Chaos in dem Land mitverantwortlich gemacht.